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Mit Bus und Bahn zur Uni Pendeln statt Umzug

Informatik-Student Lukas Holzner muss früh aufstehen, wenn er pünktlich zu seiner Vorlesung um halb neun in Garching sein will: Um sechs klingelt der Wecker. Die ersten 10 Minuten legt er mit dem Rad zurück, dann geht's in die S- und U-Bahn. 90 Minuten später sitzt er endlich im Hörsaal. Warum er sich das jeden Tag aufs Neue antut?

Von: Lukas Hellbrügge

Stand: 19.11.2018

Sein Heimatort Gilching liegt innerhalb des MVV-Gebiets. Deshalb blitzt Lukas bei den Studentenwohnheimen ab oder landet ganz unten auf der Warteliste. Er entscheidet sich dazu, zu Hause wohnen zu bleiben und zur Uni zu pendeln. Eine Wohnung im teuren München kommt für ihn derzeit nicht in Frage. Dafür nimmt er jeden Tag mehrere Stunden Fahrtzeit in Kauf – mal mit den Öffentlichen, mal mit dem Auto.

"Für mich ist es momentan finanziell besser, bei meinen Eltern zu wohnen."

Lukas Holzner

Immerhin 31% der Studierenden kommen mit dem Fahrrad

Lukas gehört zu den 11% der Studierenden, die länger als 60 Minuten zur Uni brauchen. Im Durchschnitt sind es 33 Minuten. Die meisten kommen mit den Öffentlichen oder dem Rad, nur 13% wohnen so nah, dass sie zu Fuß laufen können. Und ein kleiner Teil leistet sich die Fahrt mit dem Auto. Lukas fährt meist mit der Bahn – wenn sie denn fährt.

"Es gibt öfter mal Sperrungen und Verspätungen, da muss man sich drauf vorbereiten."

Lukas Holzner

Jeden Morgen sitzt er dich getrennt mit anderen Pendlern in der S-Bahn

In der Bahn versucht Lukas, nicht nur aufs Handy zu schauen, sondern kommt auch gerne mit anderen Fahrgästen ins Gespräch: "Meistens komme ich mit älteren Leuten ins Gespräch, weil die nicht an ihrem Handy hängen. Da ergeben sich lustige Unterhaltungen." Außerdem kommt er jetzt im Winter in den Genuss, den Sonnenaufgang mitzuerleben: "Den bekommen meine Kommilitonen im Wohnheim nicht mit – ich habe so einen schönen Start in den Tag."

Lukas in der Fachschaft

Und auch sonst sieht Lukas sein Pendler-Dasein positiv: "Ich kenne Leute, die kommen nur für die Vorlesungen rein und fahren direkt wieder. Um richtig ins Studenten-Leben eintauchen zu können, muss man aber auch mal länger am Campus sein." Die Pausen nutzt Lukas zum Lernen und für sein Engagement in der Fachschaft. Dort ist er als Pendler nicht alleine. Es gibt sogar Leute, die aus Regensburg herkommen, jeden Tag.

Lukas verbringt täglich Stunden auf im MVV

Lukas ist jetzt im fünften Semester. Spätestens im Masterstudium will er dann auch Richtung Innenstadt ziehen – dann wird er einen Nebenjob brauchen, um sich im teuren München ein Zimmer leisten zu können. Den kann er sich im Moment sparen – bezahlt dafür aber mit viel Zeit in der S- und U-Bahn.


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