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Vom Sport fürs Leben lernen Laura Fürst, Rollstuhlbasketballerin und Studentin an der TUM

Studentin, Sportlerin, Nationalspielerin. Seit einem Unfall 2008 sitzt Laura Fürst im Rollstuhl. Während der Reha kam sie zum Rollstuhlbasketball. Ihre Leidenschaft hat die Münchnerin bis zu den Paralympischen Spielen nach Rio de Janeiro gebracht. Doch es geht bei ihrer Geschichte um noch viel mehr...

Von: Sabine Pusch

Stand: 13.11.2019

Wenn man einen Menschen kennenlernen und verstehen möchte, wie er tickt, muss man ihm bei einer Tätigkeit zusehen, die er liebt. Muss die Leidenschaft sehen, beobachten und dann irgendwann Fragen stellen. Wer Laura Fürst kennenlernen will, geht am besten zum Rollstuhlbasketball. Die 26-Jährige ist Nationalspielerin. Zwischen Vorlesungen und Prüfungen trainiert sie drei Mal pro Woche bei ihrem Bundesliga-Verein RBB München. Dazu kommen Krafttraining, Trainingslager und Meisterschaften. „Es ist ein guter Ausgleich zum Studium, fordert und hält fit. Das hilft mir natürlich auch im Alltag“, sagt Laura.

Das Rollstuhlbasketball habe ihr damals geholfen. Damals, nach dem Unfall. „Ich habe Menschen kennengelernt, die im Rollstuhl sitzen und ihr Leben toll meistern. Da habe ich gesehen, was alles möglich ist.“ Während eines Schüleraustausches 2008 in den USA hatte die Studentin einen Unfall mit einem Snowmobil. Die damals 16-Jährige knallte gegen einen Baum, quetschte sich das Rückenmark und wachte mit einer inkompletten Querschnittlähmung aus dem Koma auf. Drei Wochen später ging es zurück nach München, anschließend ein halbes Jahr zur Reha in der Unfallklinik Murnau. Und dort fing es an mit dem Rollstuhlbasketball.

Laura hat sich schnell mit ihrer neuen Situation arrangiert. „Ich wollte den Unfall abhaken und weitermachen“, sagt sie. Eine gute Einstellung. Wahrscheinlich die einzig richtige. Der Rollstuhl schränke sie nicht ein. Wenn man ihr zuhört, wie sie von ihrem Alltag berichtet, vom USA-Roadtrip mit ihrem Freund, vom Feiern im Club, vom Sport und vom Studium, merkt man: Laura ist inzwischen selbst zu einem dieser Menschen geworden, die zeigen, was alles möglich ist.


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