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Digitales Sommersemester "And the winner is" beim #SemesterHack

Das Sommersemester 2020 ist digital. Selbst an den Hochschulen, die besonders gut mit der Remote-Lehre klarkommen, gibt es etliche Probleme und Herausforderungen. In einem Hackathon haben Studierende und Lehrende zusammen Lösungen gesucht. Wir stellen euch die fünf Gewinner vor.

Von: Florian Falzeder und Sabine Pusch

Stand: 18.05.2020

Screenshot #semesterhack | Bild: #semesterhack, DAAD, BMBF

Knapp Tausend Leute haben mitgemacht beim #SemesterHack, einem bundesweiten Online-Hackathon, der sich zum Ziel gesetzt hat, die digitale Hochschulbildung zu verbessern. Veranstaltet hat das Ganze das Hochschulforum Digitalisierung, der KI-Campus und der Deutsche Akademische Austauschdienst, gemeinsam mit etlichen Partnerhochschulen. Innerhalb von 36 Stunden sollten die Teilnehmer Lösungen für die derzeit drängendsten Probleme des digitalen Sommersemesters finden und erarbeiten. Ein Hackathon eben.

Mitorganisator des #semesterhack Florian Rampelt vom Hochschulforum Digitalisierung im Interview mit Sabine Pusch

Aber bevor wir euch die fünf Gewinner verraten, erzählt erstmal Mitorganisator Florian Rampelt vom Hochschulforum Digitalisierung im Interview mit Sabine Pusch, was die größten Schwierigkeiten und Herausforderungen aktuell in der digitalen Lehre und im Corona-Sommersemester sind.

Sonderpreis: Beste Handreichung

Matthias Kostrzewa von WIR_tuell

Beginnen wir beim ersten von zwei Sonderpreisen, dem für die beste Handreichung. Das Projekt WIR_tuell zeigt, wie man im digitalen Studium zusammenwächst - und zwar auf denkbar einfache, aber dafür umso praktischere Weise: in einem Handbuch. Die Gruppe hat sich Gedanken gemacht, was die wichtigsten Szenarien für Studierende wie Lehrende sind, welche Fehler gemacht werden und einfache Lösungsansätze dafür skizziert. Matthias Kostrzewa, Digitalisierungsbeauftragter für die Lehrerbildung an der Ruhr-Universität Bochum erklärt das Konzept.

Sonderpreis: Kreativste Einreichung

Lenka Schnaubert von Nick-O-Meter

Der Name allein ist schon ziemlich abgefahren: Das Nick-o-Meter mit Schüttelfunktion! Das Problem, erklärt Lenka Schnaubert, Lehr- und Lernpsychologin an der Universität Duisburg-Essen: Gute Lehrende merken sehr schnell anhand der Stimmung im Seminarraum oder Vorlesungssaal, ob die Studierenden gerade mitkommen - in Videokonferenzen ist das oft nicht so leicht möglich. Die Lösung dieser Gruppe: einfache Gesten mit Software analysieren und den Dozenten schnelles und unkompliziertes Feedback geben.

3. Preis: MatchUp!

Lisa Ollesch von MatchUp!

Sind wir mal ehrlich: Seminare, Vorlesungen und Lernen sind nur ein Teil des Studiums. Mindestens genauso wichtig ist, kluge und tolle Leute kennenzulernen, mit ihnen gemeinsam zu arbeiten und unter ihnen natürlich auch neue Freunde zu finden. Nur jetzt ist das fast schon ein Ding der Unmöglichkeit. Wie gut, dass Lisa Ollesch, die gerade an der Universität Duisburg-Essen promoviert, mit ihrem Seminar an der Fakultät für Informatik und angewandte Medienwissenschaft eh schon die Idee hatte, eine Matching-App zu entwickeln. Der Hackathon kam ihnen gerade recht - und sie haben gemeinsam nicht nur das Konzept der ursprünglich für Schüler gedachten App umgebaut, sondern gleich auch die ersten Zeilen Code hochgeladen. Theoretischer Background inklusive.

2. Preis: Survey²

Meikel Soliman von Survey²

Mal eben qualitative Interviews zu führen oder Marktforschung in der Fußgängerzone zu betreiben ist nicht in Zeiten von Corona. Nicht nur die Lehre, auch die Forschung verändert sich gewaltig im digitalen Remote-Semester. Die Gruppe um Meikel Soliman, Betriebswirt und Postdoc an der Leuphana Universität Lüneburg, hat sich dieses Themas angenommen und gleich eine doppelte Lösung geliefert: eine Plattform, um sich mit anderen Wissenschaftlern über die besten Tools und Möglichkeiten auszutauschen, sowie einen “Wizard”, der in wenigen Schritten die besten Tools für die eigene Forschung empfiehlt.

*trommelwirbel* Platz 1: Digital Lehren lernen

Der Gewinner des #SemesterHack kombiniert mehrere schon etablierte, spannende Projekte: Die Corona-School, entstanden aus dem WirVsVirus-Hackathon der Bundesregierung, mit den Tools von StudyCore, die Onur Karademir, Master-Student der Informatik an der Goethe-Universität Frankfurt, entwickelt hat. Zusammen sollen sie Lehramtsstudierenden die Möglichkeit geben, trotz Corona Praktika zu machen - die Gruppe verhandelt gerade mit mehreren Universitäten, wie man das am besten in der Praxis gestalten kann. Die Jury findet: “Corona-School ist bereits etabliert, Digitale Pflichtpraktika sind aber ein damit verbundener neuer Ansatz, der direkt umgesetzt werden könnte über Anerkennungsvereinbarungen.” Herzlichen Glückwunsch!

Übrigens: Als wir mit den Gewinnern gesprochen haben, wussten sie noch nichts von ihrem Glück. 500 Euro gibt es für jeweils die Sonderpreise, und die anderen drei erhalten insgesamt 2.000 Euro. Aber, was dem Mitorganisator Florian Rampelt wichtig war zu betonen - und was auch jeder weiß, der schon mal bei einem Hackathon mitgemacht hat: Dabeisein ist alles! Denn auch die anderen der insgesamt knapp 80 Projekte sind spannend. Vorbeischauen auf der Homepage lohnt sich also.

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#SemesterHack Abschluss: Livestream 07.05.20, 20:00 Uhr | Bild: Hochschulforum Digitalisierung (via YouTube)

#SemesterHack Abschluss: Livestream 07.05.20, 20:00 Uhr


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