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Universität Göttingen Schröders Ehrendoktortitel bald entzogen?

Die Universität Göttingen ist am Prüfen, ob dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder der Ehrendoktortitel entzogen werden soll. Er steht in der Kritik, da er seit Kriegsbeginn keine erkennbaren Konsequenzen in seinem Verhältnis zu Russland gezogen hat.

Stand: 04.03.2022

FOTOMONTAGE: Freunde und Partei wenden sich von Gerhard Schroeder ab, der Altbundeskanzler und Gaslobbyist will nicht mit Putin brechen. Trotz des Einmarsches in die Ukraine haelt Altkanzler Gerhard Schroeder an seiner Freundschaft zu Wladimir Putin und an seinen russischen Geschaeftsbeziehungen fest. Das Echo ist verheerend. Grossdemonstration gegen Wladimir Putin und die Invasion Russlands in die Ukraine 02.03.20222 auf dem Koenigsplatz in Muenchen. 40000 Menschen demonstrieren fuer Frieden in der Ukraine | Bild: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Gerhard Schröder ist ein langjähriger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft sowie Inhaber von Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2. Am vergangenen Donnerstag (24.02.2022) hatte er die Regierung in Moskau im Online-Netzwerk LinkedIn zwar aufgefordert, den Krieg in der Ukraine schnellstmöglich zu beenden. Von persönlichen Konsequenzen war aber nicht die Rede.

Jetzt wackelt sein Ehrendoktortitel, den ihn 2005 die naturwissenschaftlichen Fakultäten der Universität Göttingen verliehen haben. Schröder habe sich in seiner Zeit als Ministerpräsident von Niedersachsen (1990 bis 1998) außerordentlich für die Förderung der Naturwissenschaften an der Uni eingesetzt. Darüber hinaus habe Schröder als Bundeskanzler wichtige Anstöße für eine Debatte über die Biowissenschaften in Deutschland gegeben und damit zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Biotechnologie und Lebenswissenschaften beigetragen.

Schröder selbst hatte an der Universität Jura studiert.

Quelle: dpa


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