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Prämierte Professoren Wie geht gute Lehre?

An der Uni werden die Studierenden beurteilt. Wir drehen den Spieß um und fragen: Wie gut sind die Professoren? Campus Magazin trifft Professoren, die mit ihren Lehrmethoden Preise gewonnen haben.

Von: Thomas Palzer

Stand: 12.12.2017

Heike Kielstein, Professorin für Anatomie in Halle, und Martin Schmeding, Professor für Orgel in Leipzig sind gerade von Studierenden zu den besten Professoren des Jahres gewählt worden. Klaus Meier, Professor für Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt, hat den Ars Legendi-Preis, der für die Hochschullehre einmal so bedeutsam werden soll wie der Leibniz-Preis für die Forschung.

Was ein gutes Studium auszeichnet, ist die Art der Lehre. Die Verbindung von Theorie und Praxis, die Nähe zu den Studenten und ein spielerischer Umgang mit den Lehrinhalten sind wichtige Bausteine für exzellente Vermittlung.

"In Hannover, wo ich gelernt habe, habe ich einen Mentor in Anatomie gehabt, der ganz anders gedacht hat als andere Dozenten. Also, der genauso gedacht hat wie ich. Der gesagt hat: geh’ offen auf Studierende zu, betrachte sie als gleichwertig, also ich bin da sehr interessiert an neuen Lehrkonzepten."

Prof. Dr. Heike Kielstein, Universität Halle

Und das sagt die Jury, zu der in einem Online-Voting auch Studenten gehören: „Die außerordentliche akademische Tätigkeit von Prof. Dr. Heike Kielstein wurde schon durch frühere Lehrpreise gewürdigt. „Professorin des Jahres“ wird Frau Prof. Kielstein nun, weil sie es in besonderer Weise versteht, dieses wichtige Fach in der Ausbildung von jungen Medizinern zu einer attraktiven Lernmöglichkeit zu machen, in der die Grundlagen für die spätere ärztliche Tätigkeit gelegt werden. Dabei möchte sie ihren Studierenden das vielfach noch angstbesetzte Fach Anatomie mit seinen Präparierkursen in spielerischer Weise näher bringen. "Mit ihrer empathischen und verständnisvollen Art" – so heißt es in einer studentischen Würdigung - „schafft sie es, alle Aufmerksamkeit der Studierenden in der Vorlesung als auch im persönlichen Gespräch auf sich zu ziehen.“ Sie selbst betrachtet es als „Balsam für ihre Seele“, wenn es ihr gelingt, den Kontakt zu ihren Studierenden zu etablieren und ihnen auf ihrem Lebensweg zu helfen.

Professor des Jahres ist Martin Schmeding von der Hochschule für Musik und Theater Leipzig

Und im Hinblick auf den Professor des Jahres Martin Schmeding sagt die Jury: „Prof. Martin Schmeding erhält den Preis für seine herausragenden Leistungen in der Ausbildung und Betreuung seiner Studierenden an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Seine Ausbildung von Kirchenmusikern ist in besonders hohem Maße an der individuellen Betreuung der Studierenden orientiert, unverzichtbar vor allem in diesem kreativen Fach. Daneben aber kümmert sich Prof. Schmeding in besonders intensiver Weise um die Vorbereitung seiner Studierenden für deren späteres Berufsleben. Er bereitet sie auf Wettbewerbe und Bewerbungsauftritte vor und sorgt dafür, dass sie eine Ausbildung erhalten, die alle Aspekte ihrer künftigen Tätigkeit umfasst, welche weit über das rein Musikalische hinausgeht.“

Ars-Legendi-Preis für Klaus Maier, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Die bundesweit bedeutendste Auszeichnung für Hochschullehre ist der Ars-Legendi-Preis. Die Laudatio bei der Preisverleihung an Klaus Meier übernahmen zwei Jungakademiker: Bernadette Uth und Lukas von Eyb, Masterstudierende im Studiengang Journalistik mit dem Schwerpunkt Innovation und Management. Beide lobten die „spannende Balance zwischen kommunikationswissenschaftlicher Theorie und journalistischer Praxis“. Meiers Seminare nannten sie „besonders wertvoll“ – aufgrund der Inhalte, aber auch aufgrund seiner Art: „Wir schätzen uns sehr glücklich, mit einer derart menschlich angenehmen und kompetenten Lehrperson zusammenarbeiten zu dürfen.“

Meier selbst machte in seinen Dankesworten deutlich, wie wichtig ihm die Verknüpfung von Lehre und praxisorientierter Forschung ist – gerade für sein Lehr- und Forschungsgebiet Journalistik. Allein die Vermittlung von Forschungsergebnissen und die Simulation gängiger Praxis erfüllten heute nicht mehr den Anspruch von Hochschullehre. Der rasante Medienwandel erfordere in der Lehre die forschungsbasierte Weiterentwicklung der Praxis:

"Wer Lehre und Forschung ganzheitlich aufeinander bezieht, braucht Praxisbezüge auch in der Forschung, muss Probleme der Praxis in der Forschung aufgreifen und am Transfer von Forschung in die Praxis arbeiten."

Prof. Dr. Klaus Meier, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Daher entwickelt er mit Studierenden Lehrforschungsprojekte, um gemeinsam zu ergründen, wie Journalismus verbessert werden kann.


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