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Dr. Frederic Wurm Nanotechnologie statt Pestizide in der Landwirtschaft?

Die Pilz-Erkrankung "Esca" befällt Weinreben und sorgt jährlich für Millionenschäden bei Weinbauern. Das kann gestoppt werden. Inspiriert von der modernen Humanmedizin entwickelt das Max-Planck-Institut für Polymerforschung Mainz spezielle Nanoträger, die direkt in die Pflanze injiziert werden - dies bekämpft den Pilz an Ort und Stelle und reduziert die benötigte Menge an Spritzmitteln drastisch.

Stand: 22.10.2020

In der Landwirtschaft werden die meisten Erkrankungen durch großflächiges Ausbringen von Chemikalien ("Spritzmittel") behandelt. Das belastet nicht nur Grundwasser und Tierwelt, ist aber auch gegen manche Erkrankungen wirkungslos. Die Pilz-Erkrankung „Esca“ befällt Weinreben und sorgt jährlich für Millionenschäden bei Weinbauern. Der Pilz befällt die Rebenstämme und zersetzt das Holz von innen – Spritzmittel können den Pilz daher nicht erreichen. Inspiriert von der modernen Humanmedizin entwickeln wir spezielle Nanoträger, die direkt in die Pflanze injiziert werden – dies bekämpft den Pilz an Ort und Stelle und reduziert die benötigte Menge an Spritzmitteln drastisch.

Unsere sogenannten „Lignin“-Nanoträger sind kleiner als ein millionstel Meter und werden mit chemischen Verfahren hergestellt und mit einem Fungizid gefüllt. Die so präparierten Kügelchen werden direkt in den Stamm der Pflanzen eingebracht. Die Hülle dieser Kugeln besteht aus Lignin – einem Stoff, der neben Zellulose den Hauptbestandteil von Holz bildet. Der Pilz zersetzt also den Stamm und gleichzeitig die Kügelchen, wodurch das Fungizid freigesetzt wird und an Ort und Stelle mit höchster Effizienz den Erreger bekämpfen kann.


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