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Studie zu Mieten in Uni-Städten Studentenwohnungen fast unbezahlbar

In zahlreichen deutschen Städten sind die Wohnkosten trotz Pandemie weiter gestiegen. Für den aktuellen BAföG-Wohnzuschlag von maximal 325 Euro können sich Studierende einzig in Magdeburg eine Wohnung leisten. Alles im MLP Studentenwohnreport 2021 nachzulesen.

Stand: 23.09.2021

STudent steht an Pinnwand in Uni und sucht nach Wohnungsangeboten. | Bild: picture-alliance/dpa

Über alle 30 Hochschulstandorte hinweg sind die Mieten für studentisches Wohnen zum Ende des Sommersemesters 2021 im Durchschnitt wieder um 1,8 Prozent höher als im Vorjahr, so der MLP Studentenwohnreport 2021.

Schon 2020 Corona bedingte Mieterhöhungen

Hypothetische monatliche Mietkosten für eine studentische Musterwohnung und ihre Veränderung im zweiten Quartal 2020 (Corona-Effekt)

Zum Beispiel München: Hier wurde eine typische Studentenwohnung im zweiten Quartal 2020 um 24 Euro teurer. Auch in Frankfurt (10 Euro) und in Darmstadt (4 Euro) stiegen die Preise. Nachzulesen im Wohnreport 2020 zur Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Lediglich in Greifswald blieb die Miete konstant, nur in zwei Städten wurde sie billiger. 22 Prozent der Befragten waren laut einer Studie des Personaldienstleisters Zenjob nicht mehr in der Lage, ihre Miete wie gewohnt zu zahlen und mussten sich Geld bei Familie oder Freunden leihen.

Es gibt zum einen generell zu wenige Wohnungen in zentralen Lagen. Zum anderen wird die durch das Online-Semester entstandene Nachfragelücke von anderen Mietergruppen geschlossen: Mieter*innen, die typischerweise teurere Wohnungen suchten, konzentrierten sich wegen der wirtschaftlich unsicheren Lage auf das nächstgünstigere Segment, so die Macher des letztjährigen Studentenwohnreport.

Zur Einschätzung der typischen Studentenwohnung:

Eine hypothetische Musterwohnung der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) besitzt: 30 qm, 2. Stock,  in direkter Umgebung  zur Hochschule, durchschnittlicher Entfernung zum Hauptbahnhof, Gebäude 2000er Jahre erbaut, Wohnnebenkosten 20%.

2021: teuerster Studienort bleibt München

Neben München sind 2021 Freiburg, Berlin und Konstanz Spitzenreiter bei den Steigerungen. Spürbar günstiger geworden sind studentische Wohnungen nur in Stuttgart (-2,6 Prozent) und Karlsruhe (-1,4 Prozent), die Mietpreise liegen dort allerdings weiterhin auf überdurchschnittlich hohem Niveau.

Wohnzuschlag beim Bafög reicht bei Weitem nicht aus

Für den 2021 geltenden BAföG-Wohnzuschlag von maximal 325 Euro können sich Studierende einzig in Magdeburg eine Wohnung leisten. Dementsprechend sind viele auf zusätzliches Einkommen angewiesen. Die finanzielle Situation vieler Studierender bleibt weiterhin schwierig.

Studienautor und IW-Ökonom Michael Voigtländer fordert die Politik auf, zu handeln:

"Die Parteien schenken den Bedürfnissen und Nöten der Studierenden am Wohnungsmarkt viel zu wenig Beachtung. Die Politik sollte den Ausbau der Angebote fördern und gleichzeitig die bisher noch weniger gefragten Hochschulstandorte attraktiver gestalten, um Entlastung an anderen zu schaffen."

Michael Voigtländer, Studienautor und IW-Ökonom


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