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Beten, Tanzen, Meditieren Glauben erleben in der Katholischen Hochschulgemeinde der Uni München

Religion ist hip - diesen Eindruck gewinnt man, wenn man hierher kommt: Die Katholische Hochschulgemeinde der LMU in München ist ein Ort, an dem sich Studierende mit ihren Lebensfragen und ihrem Glauben auseinandersetzten können. Und dabei Spaß haben. Jeder kann hierher kommen, katholisch zu sein, ist dabei keine Bedingung.

Von: Christian Wurzer

Stand: 05.12.2018

Die Universitäten in Deutschland sind Weltanschauungs-neutral konzipiert. Gläubige Studierende finden daher an Universitäten nur schwer Orte, an denen sie ihre Religion ausüben können. Die katholische Kirche in Deutschland unterhält daher sogenannte KHGs, Katholische Hochschulgemeinden, um Studierenden ein breites Angebot zur persönlichen Orientierung und zur Glaubenspflege zu machen.

"Ich habe hier im Taize Gebet in der KHG eine Möglichkeit zum Innehalten für mich entdeckt. Ich schaffe es leider nicht, jede Woche zum Abendgebet zu gehen, aber hier ist ein Ruhepol."

 (Lioba, Mathematikstudentin und Gemeindesprecherin KHG Uni München)

Die KHGs stehen Studierenden aller Fachrichtungen und Kulturen offen 

Kirchliche Hochschulgemeinden wollen Raum bieten für verschiedene Aktivitäten. Studierende sollen sich hier mit anderen treffen können und Themen, die sie beschäftigen, besprechen können. Das offene Programm setzt sich mit aktuellen und existentiellen Fragen auseinander und will jungen Leiten helfen eigene Positionen zu persönlichen, gesellschaftlichen und spirituellen Themen zu beziehen und zu überprüfen. 

"Es ist der Ort, wo sich die Gemeinde versammelt, also ein Ort, wo ich Energie bekomme, wo ich auftanke. Mein Ziel ist es, dass die jungen Leute, die Studierenden, einen Ort erleben, wo sie so sein können, wie sie sind, nichts leisten müssen und Gleichgesinnte finden."

(P. Holger Adler SJ, Studentenpfarrer KHG Uni München)

Das KHG-Programmangebot ist breit gefächert

Die KHG lädt ein zu gemeinsamen Ausflügen, zu Themenabenden über Fragen die im Studium bewegen, zu Gastvorträgen über brisante gesellschaftspolitische Fragen, zu Filmabenden, Kunstevents und zu Tanzabenden. In der KHG treffen sich Studentengruppen auch selbstorganisiert zum gemeinsamen Gebet, zum Beispiel mit Liedern aus Taizé, oder zur ZEN-Meditation. Die KHG bietet regelmäßig auch muslimischen Studierenden einen Ort zum Gebet. Dazu kommen die Sonntagsgottesdienste am Vormittag in der Universitätskirche in München und am Abend in der Kapelle der KHG. Die meisten Angebote werden von den fünf ehrenamtlichen studentischen Gemeindesprechern organisiert.

"Es muss hier Leute geben, die Freizeit opfern, um anderen Menschen zu zeigen, dass katholisch sein, christlich sein, einen Mehrwert hat und dass es hier wirklich darum geht etwas Schönes, Positives zu leben."

(Dominik, Theologiestudent und Gemeindesprecher KHG Uni München)

Die Seelsorger sind offen für persönliche Beratung und bieten den Studierenden auch spirituelle Begleitung an. Sie wollen den Studierenden helfen sich selber besser kennenzulernen und weiterzuentwickeln. 

"Wenn die Fragen der Studierenden kommen: Bin ich OK so wie ich bin, studiere ich das richtige, wo will ich in meinem Leben hin? Dann ist es meine Aufgabe, dabei zu sein, vielleicht auch Fragen zu stellen, bei Fragen mal mitzudenken und mit zu reflektieren."

(P. Holger Adler SJ, Studentenpfarrer KHG Uni München)

In der KHG bestimmten Studierende mit

Die KHG-Leitung setzt sich aus hauptamtlichen Mitarbeitern und gewählten studierenden Sprecher*innen zusammen. Gemeinsam tragen sie die Verantwortung für die KHG und deren Programmangebote.

"Hier in der KHG ist es schön mitzugestalten, viel mit entscheiden zu können, wir diskutieren auch über ziemlich viel. Und das ist auch ein Punkt: hier kann ich abschalten, auch wenn es sich im ersten Moment nicht danach anhört, weil es auch Arbeit ist. Aber hier ist schon ein Ort, wo ich mal alles hinter mir lassen kann."

(Lioba, Mathematikstudentin und Gemeindesprecherin KHG Uni München)

Lioba und Dominik engagieren sich ehrenamtlich als Gemeindesprecher in der KHG Leo11, der Katholischen Hochschulgemeinde der Universität München. Für zwei Jahre wurden sie in dieses Amt gewählt. Wahlberechtigt ist jeder Studierende, der sich zur KHG zugehörig fühlt. 

"Wozu ist die KHG da? Man muss nichts leisten, man wird einfach angenommen wie man ist, man hat einfach Spaß."

(Dominik, Theologiestudent und Gemeindesprecher KHG Uni München)

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