ARD-alpha - Campus


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Campus Reportage Zum Glück Familie? Die Suche nach Geborgenheit

Drei Jugendliche schildern, was Familie für sie bedeutet: Geborgenheit, Liebe, Respekt und Vertrauen - für sie ein gelebter Wert. Was macht Familie so einzigartig? Wie prägt sie ihre Berufswahl, Hobbys, religiösen Einstellungen?

Von: Monika Haas

Stand: 02.11.2018

Jugendliche und ihre Familien: das war lange ein Konfliktfeld, in dem alte und junge Generationen mit gegensätzlichen Einstellungen auf einander trafen. Anders heute. Die meisten jungen Menschen schätzen ihre Familie als harmonischen Rückzugsort aus der komplizierten Welt, so die Shell-Jugendstudie 2010. Umfragen zeigen, dass Jugendliche Vorstellungen und Werte ihrer Eltern übernehmen. Und trotz Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Zahl der jungen Männer und Frauen gestiegen, die sich später eine eigene Familie mit Kindern wünschen.

Der 17-jährige Florian aus Maisach orientiert sich am Vorbild seines Vaters. Nach der Realschule macht er eine handwerkliche Ausbildung. Studien zeigen, dass vor allem junge Männer immer später einen eigenen Haushalt führen. Mit dem Ausziehen hat es auch Florian nicht eilig. Das Schlagwort "Hotel Mama" greift aber zu kurz, um seinen engen Bezug zur Familie zu beschreiben.

Identität und Wurzeln sind auch dem 23-jährigen Rupert wichtig: Als Jüngster von fünf Kindern wohnt auch er noch im elterlichen Bauernhaus, den Hof führt sein Bruder. Rupert hilft mit, aber er muss entscheiden, wie er selbst leben will, ob er später ins Ausland geht oder in Kirchdorf bleibt. Rupert ist in der katholischen Landjugend aktiv. Damit zählt er zu einer Minderheit, nur noch rund 20 Prozent der jungen Menschen bezeichnen sich heute als religiös aktiv. Umso mehr ist es Ruperts Ziel, Tradition und christliche Werte weiterzugeben und dabei weltoffen zu bleiben.

Magdalena studiert in München, führt ihr eigenes Leben, dennoch hält die 22-Jährige engen Kontakt mit ihrer Mutter in der Oberpfalz. Solidarität ist das Motto ihrer Familie: Die jüngere Schwester kam mit spastischer Lähmung zur Welt. Als "Geschwisterkind" hat Magdalena Familie als große Herausforderung erlebt, auch weil ihre Mutter alleinerziehend ist. Von ihrer frühen Selbstständigkeit und Disziplin profitiert Magdalena heute und setzt sich weiter für ihre Familie und für andere Geschwisterkinder ein.

So verschieden ihr Familienleben ist, etwas haben Florian, Rupert und Magdalena gemeinsam, auch mit der Mehrheit der jungen Menschen in der Shell-Jugendstudie: Sie fühlen sich respektiert, geliebt und unterstützt von ihren Eltern und Geschwistern. Konflikte gibt es trotzdem, aber der Zusammenhalt zählt. Der Film zeigt: Familie ist kein ideales Idyll, gerade deshalb kann sie einen wichtigen Wert für junge Menschen darstellen. Und ihnen Orientierung geben, auf ihrem Weg ins eigene Leben.


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