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"La Violinista" von Dominik Calzone Verkehrte Leidenschaft

Eine junge Geigerin kurz vor der Aufnahmeprüfung aufs Konservatorium. Immer wieder bleibt sie beim Üben an einer Stelle hängen: Zu stark ist das familiäre Spannungsfeld, in dem sie steht... Gedreht wurde in Italien.

Von: Friederike Kühn

Stand: 28.07.2015

La Violinista | Bild: Bayerischer Rundfunk

Silvia ist zerrissen - zwischen Leidenschaft und Disziplin. Ihr überaus strenger Vater, der ihr jede Freizeitbeschäftigung vor der wichtigen Prüfung verbietet, glaubt, allein Fleiß und Disziplin führen zum Erfolg. Ihr Bruder, der gegen den Vater rebelliert, findet, Kunst brauche freie Entfaltung, Leben, Liebe, Leidenschaft statt Drill und Disziplin. Und dann ist da noch ein dunkles Geheimnis zwischen den Geschwistern...

Das Drehbuch von "La Violinista" beruht auf einer wahren Geschichte. Den Konflikt, den der Kurzfilm thematisiert, kennt Dominik Calzone selbst. Ist Kunst Arbeit, Ehrgeiz, Disziplin oder einfach experimentieren, Leidenschaft, Gefühl? Auch er hat einen strengen Vater und stellte fest, dass es in der Filmindustrie sehr viel um Äußerlichkeiten wie Status und Erfolg geht, statt einfach ums Machen, um die kreative Freiheit, die Lust, den Flow...

"Wenn Silvia am Fenster sitzt und rausschaut, ist sie wie eine Prinzessin in einem Turm. Der Vater will nur das beste für sie und merkt gar nicht, dass er sie einschließt und dass er seinen Ehrgeiz auf sein Kind projeziert. Das ist eben die Grundfrage: Ist Kunst Disziplin, so hart zu üben - oder ist Kunst frei, experimentieren ohne Zwang, Leidenschaft..."

(Dominik Calzone)

Und so hat Dominik Calzone die Farbgebung und die Kameraeinstellungen ganz bewusst gewählt. Während die Kindheit bunt dargestellt wird und die Kamera in Bewegung ist, bleibt sie später statisch, die Farben sind entsättigt. Denn Silvia hat ihre Freiheit verloren, alles dreht sich nur noch um Disziplin. Doch am Ende wird der Farbregler wieder aufgedreht. Denn Silvia unternimmt einen Befreiungsversuch.


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