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"Grüneres Gras" von Veronika Hafner Traumberufe, die nie Wirklichkeit wurden

Eine Finanzbeamtin, die lieber was Soziales machen würde. Ein Erzieher, der lieber Schriftsteller wäre. Das Gras auf der anderen Seite ist eben immer grüner, wie Veronika Hafner in ihrem Doku-Kurzfilm "Grüneres Gras" zeigt.

Von: Campus CINEMA

Stand: 03.08.2017

Grüneres Gras | Bild: Veronika Hafner, HFF

Veronika Hafner möchte in ihren Filmen die alltäglichen Probleme von Menschen zeigen. In "Grüneres Gras" widmet sie sich einem Problem, das tatsächlich viele kennen. Wäre ich vielleicht glücklicher in einem anderen Beruf? Eine Finanzbeamtin fragt sich – hätte sie nicht besser was Soziales machen sollen? Mit Kindern? Ein Erzieher wiederum ist frustriert von der Arbeit – er wäre lieber Schriftsteller. Der Schriftsteller wiederum würde lieber was Handfestes machen, was in der Gesellschaft anerkannt ist – zum Beispiel Arzt sein.

Traumberufe, die nie Realität wurden

Jeder der Protagonisten nennt den Traumberuf, den er nicht verwirklichen konnte oder wollte. Am Ende ist das Gras am anderen Ufer eben immer grüner. Es ist nicht möglich, die Zeit zurückzudrehen, und alles anders zu machen – und so bleiben die Traumberufe eben das was sie sind: Träume. Das ist entlarvend für den Zuschauer. Denn am Ende geht es eben jedem ähnlich – was auch schon wieder tröstlich ist.

Die Regisseurin

Veronika Hafner kennt das Problem, sich zwischen verschiedenen Berufsmöglichkeiten entscheiden zu müssen. Geboren wurde sie 1989 in Bayerisch-Schwaben. Bereits in der Schulzeit drehte sie erste dokumentarische Arbeiten. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Lehramt für Gymnasien an der LMU München, vor zwei Jahren legte sie ihr Staatsexamen ab. Bereits 2011 hatte sie parallel einen Bachelor in Psychologie mit Nebenfach Soziologie begonnen, den sie in diesem Jahr abgeschlossen hat. Es läuft zudem eine Ausbildung zur Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche. Obwohl sie all diese Berufe spannend findet, ließ sie ihre Leidenschaft für den Film nicht los. Seit zwei Jahren studiert sie Regie mit Schwerpunkt Dokumentarfilm an der HFF München: "Grüneres Gras" ist ihr Erstlingswerk – es lief auf dem Münchner Dokfest.


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