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Campus Cinema // "Urs" von Moritz Mayerhofer Von der Filmakademie in Ludwigsburg auf die Oscar-Shortlist

Vom Papier, zum Computer, auf die Leinwand: Der animierte Kurzfilm "Urs" erzählt von einer gefährlichen Reise über die Berge. Auch im echten Leben fing alles mit einer Reise an. Und die führte Filmemacher Moritz Mayerhofer nach Paris.

Stand: 19.02.2017

Der animierte Kurzfilm "Urs" erzählt von einem Mann, der mit seiner alten Mutter in einem verlassen Dorf lebt, mitten in einem Gebirge. Seine Mutter will nicht von zu Hause fort, doch Urs sehnt sich nach einer besseren Zukunft. Er hofft, diese auf der anderen Seite des Berges zu finden und begibt sich mit seiner Mutter auf eine gefährliche Reise.

Drei Jahre Arbeit für zehn Minuten Film

"Urs" ist der Abschlussfilm von Moritz Mayerhofer. Er hat an der Filmakademie Baden-Württemberg Animation studiert und kam während eines Studienaufenthaltes in Paris auf die Filmidee. Sein Ziel war es einen stimmungsvollen Film zu produzieren, der die angespannte Beziehung eines Mannes zu seiner Mutter erzählt.

Knapp drei Jahre hat Moritz an seinem Film gearbeitet: Erst hat er Skizzen für die Charaktere und die Landschaft gezeichnet, dann zweidimensionale "Matte Paintings" erstellt, das sind digital gemalte Kulissen und klassische Effektanimationen. Und die hat er dann am Ende mit moderner 3D-Computeranimation zum Leben erweckt. Um Urs und seine Mutter so lebendig wie möglich auftreten zu lassen, hat sich Moritz echte Menschen als Vorbild geholt: Zwei Schauspieler haben jede Szene vorgemacht. Damit die Bewegungen am Berg echt aussehen, ist er mit einem Kletterer in eine Kletterhalle gegangen.

So ist der Kurzfilm "Urs" entstanden

Für die Produktion des Kurzfilms hatte Moritz Hilfe von über 30 Mitwirkenden. Darunter auch das Babelsberger Filmorchester, das die Musik zum Film beisteuerte. Seine Alma Mater spielt für ihn eine besondere Rolle:

"Ich bin sehr dankbar dafür, an der Filmakademie studiert haben zu dürfen. Es war unglaublich lehrreich und ich bekam die Zeit, eine eigene filmische Handschrift zu entwickeln. Während all meiner Arbeiten genoss ich große kreative Freiheit und durfte während der Jahre viele wunderbare Menschen kennen lernen, die mich mit ihrem Talent und Motivation auf ein höheres Level gepusht haben."

Über Moritz Mayerhofer

Moritz Mayerhofer wurde 1981 in München geboren und hat schon in der Video AG auf dem Gymnasium jedes Jahr einen Kurzfilm gedreht. Von 2003 bis 2009 hat er dann Animation an der Filmakademie Baden-Württemberg studiert. Sein Studium beendete er mit dem animierten Kurzfilm "Urs", der auch international erfolgreich war. Er hat viele Preise gewonnen und wurde auf der Oscar-Shortlist in den Kreis der besten zehn Filme im Bereich Animation aufgenommen. Moritz hat an vielen Austausch- und Networking-Programmen teilgenommen, darunter die "Animation sans Frontières - ASF" und den "Berlinale Talents". Hin und wieder sitzt er in der Jury von Internationalen Filmfestivals und versucht seine Erfahrungen im Filmemachen in Workshops wie zum Beispiel im Smedlab in Nigeria weiterzugeben. 2012 hat er das Animationsstudio "studioNICE" in Berlin mitgegründet. Nach Kurzfilmen wie "Die Spuren meines Bruders" und "Father" konzentriert er sich jetzt auf Langfilme. Gerade arbeitet er an einem animierten Wüstenmärchen. 


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