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Simon Denda Vom "Best Boy" zum Nachwuchsregisseur

Simon Denda, Regisseur des Kurzfilms "Mann gegen Mann" studiert an der Hochschule für Fernsehen und Film in München Regie. Er findet "Lichtsetzung einfach fett" und verwüstet schon mal ein Wohnzimmer.

Stand: 08.03.2017

Simon Denda | Bild: BR

Schon mit zwölf Jahren hat Simon Denda, 1987 in Karlsruhe geboren und aufgewachsen, seinen ersten Camcorder in die Finger bekommen. Ein besonderes Feature: "Mit diesem Camcorder konnte man die Videos auch rückwärts abspielen. Meine Freunde und ich sind damit durch die Straßen gerannt und von Gegenständen gesprungen und haben es uns rückwärts angesehen. Das hat mich so fasziniert, dass ich mich weiter damit beschäftigt habe." Nach dem Abitur ging’s zunächst als Praktikant an mehrere Filmsets und dann an die Hochschule der Medien Stuttgart, wo Simon Denda "Audiovisuelle Medien" studierte und als "Bachelor of Engineering" abschloss. Danach hat er als freiberuflicher  Beleuchter und "Best Boy" für verschiedene Produktionen gearbeitet. Ein "Best Boy" ist der stellvertretende Oberbeleuchter und ist neben der normalen Beleuchter-Tätigkeit für die Logistik der Lichttechnik und die Koordination der Beleuchter zuständig.

Kinoclip für saubere Isar

Lichtsetzung und die gestalterischen Möglichkeiten damit, schreibt Simon auf seiner Homepage, "ist einfach fett", aber Simon war ziemlich schnell klar, dass er nicht immer nur ausführen wollte, was andere ihm sagten: Er wollte selber gestalten und hat sich also an der HFF in München für Regie im fiktionalen Bereich beworben. Gleich beim ersten Anlauf hat es mit dem Studienplatz geklappt. Neben klassischen Kurzfilmen wie "Mann gegen Mann", der nun in "Campus Cinema" gezeigt wird, kann Simon sich auch für Werbe-Clips begeistern. Zusammen mit Kommilitonen von der HFF hat er zum Beispiel einen Kino-Clip für eine saubere Isar gedreht. Im Sommer treffen sich an den Ufern in München massenhaft junge Leute zum Feiern und Abhängen – und hinterlassen oft ziemlich viel Müll. Der Clip sollte ihnen humorvoll die Augen öffnen. Einen Tag lang haben Simon und seine HFF-Kollegen Schauspieler in einem nachgebauten Wohnzimmer Schlauchboot fahren und es regelrecht verwüsten lassen. Am Ende des Clips ist ein Panorama der Isar-Auen zu sehen und ein Schriftzug eingeblendet:  "Zu Hause machst du’s ja auch nicht".

Simon nutzt die Zeit an der HFF, um sich auszuprobieren. Sein Ziel: "Filme zu machen, die sowohl ein breites Publikum ansprechen als auch eine Einzigartigkeit generieren, die nicht dem entspricht, was aktuell im Kino zu sehen ist."

Simons Aufgaben als Regisseur

"Als Regisseur habe ich den Überblick über den ganzen Film. Diese Vision/Idee versuche ich zusammen mit allen Abteilungen umzusetzen. Vom Szenenbild über die visuelle Auflösung der Szenen, die Arbeit mit den Schauspielern bis hin in den Schnitt und die Tonmischung. Am Schluss kommt im Optimalfall ein Film heraus, der ungefähr meinen Vorstellungen entspricht."


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