ARD-alpha - Campus


27

"Schnee Running" von Sebastian Linda Freerunner unterwegs in Dresden

Jo und Leo sind Freerunner aus Dresden. Bei frostigen minus zehn Grad zeigen die 13-Jährigen, was sie drauf haben: Mit Saltos und Sprüngen über Mauern oder Parkbänke bewegen sie sich durch ihre Stadt.

Von: Friederike Kühn

Stand: 08.02.2016

Jo und Leo vor Dresdner Kulisse | Bild: Sebstian Linda

Mit einer Spiegelreflex-Kamera, der Canon 5D, heftet sich Kameramann, Regisseur und Produzent Sebastian Linda den beiden Jungs an die Fersen. "Schnee Running" dreht er quasi "freehand", freihändisch, ohne Steadycam, um die Bilder zu stabilisieren. Als einzige Hilfe hat er ein kleines Gorilla-Stativ dabei. Und damit folgt er Jo & Leo an einem Sonntagmorgen im Februar durch den eiskalten Glitzerschnee ...

"Alle meine ND-Filter froren durch den Schneestaub ein, während die Jungs alles auf dem glatten Untergrund riskierten: Einen Flip nach dem anderen zeigten..."

(Sebastian Linda)

Als begeisterter Skater hat der Wahl-Dresdner Sebastian Linda ein Faible für Straßensportarten wie Freerunning. Was diesen Sport für einen Film besonders reizvoll macht: Freerunner bewegen sich durch den urbanen Raum - und da bietet Dresden die perfekte Kulisse!

"Dresden ist wahnsinnig gut, um hier was zu drehen, weil man sehr viel Platz hat und unglaublich schöne Kulissen. Da muss man nur vor die Tür gehen und schon hat man traumhafte Locations. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass sich die Leute hier freuen, weil es eben gar nicht so oft vorkommt, dass hier Kameramänner rumlaufen. Die Leute helfen einem, gehen dann aber auch aus dem Weg – also sowohl von der Kulisse als auch von den Leuten ist da eine große Unterstützung vorhanden, was das Drehen hier einfach macht."

(Sebastian Linda)

Stills aus "Schnee Running"

Freerunning/Parkour

"Freerunning" ist die Kunst, sich selbst in seiner Umgebung frei und ohne Einschränkung zu bewegen. Begründet wurde "Freerunning" 2003 von dem Franzosen Sébastien Foucan als Spielart des zuvor mit David Belle entwickelten "Parkour". "Parkour" ist inspiriert von der militärischen Ausbildung, bei der sich Soldaten auf dem effizientesten Weg durch einen Hindernisparkour bewegen müssen. "Parkour" nutzt Mauern, Treppen, Rampen als Absprungmöglichkeiten für Saltos, Flips, Rollen oder ähnliches. In den späten 1990er Jahren wurde diese Art, sich im urbanen Raum fortzubewegen, durch Filme, Dokumentationen und Werbung bekannt. "Freerunning" war ursprünglich nur ein anderes Wort für Parkour, da der junge Begriff viele Diskussionen mit sich brachte. Insbesondere ging es um die Frage, inwiefern man auch akrobatische, nicht effiziente Elemente, einbauen dürfe. Mit Freerunning wurde ein Begriff geschaffen, der genau dies erlaubte. Der Fokus sollte nicht mehr auf die pure Effizienz gelegt werden, sondern eher auf die individuelle "künstlerische Freiheit" und die damit einhergehende Kreativität in den Bewegungen.


27