ARD-alpha - Campus


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"Revenge of the Beasts" von Sebastian Linda Skateboarden in Vollendung

Revenge of the Beasts" zeigt die Schönheit und Akrobatik des Straßensports in dynamischen Nahaufnahmen - das kann nur ein Filmemacher, der selber Skater ist: Campus CINEMA stellt Sebastian Linda und seine filmische Arbeit vor.

Von: Friederike Kühn

Stand: 08.02.2016

Sebastian Linda hat eine Hommage an seinen Sport gedreht. Mit einer Highspeed-Kamera, die 3.500 Bilder pro Sekunde machen kann, fasst er die Akrobatik und Ästhetik des Skatens in hochaufgelöste, wunderschöne und emotionale Bilder. Spektakuläre dynamische Nahaufnahmen entstanden, weil er selber mit dem Skateboard und der Kamera hinterhergefahren ist.

"Für die besten Shots muss man alles riskieren"

Aufnahmen vom Skateboard, das ist riskant. Denn die Kamera, die Linda sich für den Film ausgeliehen hatte, war 70.000 Euro wert!

"'Revenge of the Beasts' habe ich mit der Phantom Mira gemacht. Das ist eine spezielle Hochgeschwindigkeitskamera, die 3.500 Bilder pro Sekunde macht. Die habe ich mir ausgeliehen, weil ich im Vorhinein schon getestet hatte, dass ich diesen Effekt-Shot machen will, wo alle fliegen. Und ich habe gesehen, selbst 300 Bilder pro Sekunde reichen nicht aus, um diesen Shot zu machen. Also musste ich mein ganzes Geld zusammenkratzen und die Phantom Mira ausleihen, die es nur ein paarmal in Deutschland gibt. Und damit haben wir dann diesen Endshot gedreht, aber natürlich auch alle anderen Sachen."

(Sebastian Linda)

Die spektakuläre Schlusseinstellung, in der alle schwerelos durch die Gegend zu fliegen scheinen, die hat Sebastian allerdings nicht vom Skateboard, sondern aus dem Auto gedreht - bei 70 Kilometern pro Stunde!

"Die meisten stellen die Highspeed-Kamera auf ein Stativ und drehen irgendwelche Wassertropfen. Wir haben versucht, die Kamera so schnell wie möglich zu bewegen, um diese dynamischen Fahrten reinzubekommen, und durch die Zeitlupe wackelt es dann auch überhaupt nicht. Wenn du 3.500 Bilder pro Sekunde filmst, dann ist es fast unmöglich zu wackeln, wenn man die Superzeitlupe nimmt."

(Sebastian Linda)

"Kill your darlings"

Auch den Schnitt macht Sebastian Linda selber. Ist es nicht schwer, wenn man mit großem Aufwand die Bilder gedreht hat, sich im Schnitt dann auch von Szenen zu trennen?

"'Kill your darlings', nenne ich das. Von den Szenen, die einfach nicht reinpassen, muss man sich verabschieden. Das tut zwar weh, aber das ist auch ein Lernprozess. Durchs Internet hat man ein sehr schnelles Feedback auf seine Clips und man merkt einfach, wenn man zu lahm gearbeitet hat oder nicht präzise genug. Und das ist auch ein Ansporn, weil man fast schon in einem internationalen Vergleich steht, das Beste zu geben - das macht mir sehr viel Spaß und bringt mir auch viel für meine eigene Entwicklung."

(Sebastian Linda)

Feedback und Inspiration im Internet

Linda hat Farbpulver verwendet, um seine Skater noch eindrucksvoller in Szene zu setzen. Auf die Idee dazu kam er über ein mit der Highspeed-Kamera gedrehtes Video aus Indien, das er im Netz gesehen hat.

"Und da habe ich gesehen, dass dieses Pulver gar kein Pulver mehr ist, sondern dass das wie Schnee oder Partikel durch die Luft fliegt, und das hat mir total gut gefallen. Und ein weiterer Aspekt war dann, das wirklich aufs Board zu machen und das Pulver explodieren zu lassen ... Das war natürlich ein cooler Effekt, der noch viel cooler aussieht, als ich es mir hätte vorstellen können."

(Sebastian Linda)


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