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"Markt und Wert" von Marina Anselm Ein Makler packt aus

Reich werden. Das ist das einzige Motiv des Münchner Maklers Willi Brose bei seinem Job. In seltener Offenheit spricht der Makler vor der Kamera über das Vermieten und Verkaufen von Immobilien.

Von: Campus CINEMA

Stand: 02.08.2017

Auf den ersten Blick wirkt Willi Brose wie das perfekte Klischee eines Maklers. Kein Wunder, denn er sagt solche Sätze in die Kamera:

"Es geht mir nicht um den Beruf an sich, sondern um das Geld, das ich dabei verdiene. Es geht mir eigentlich nur darum. Es macht Spaß, Geld zu verdienen und es macht auch sehr viel Spaß, Geld zu besitzen."

Protagonist in Marina Anselms Markt und Wert

Marina Anselm, Filmemacherin, Studentin an der HFF | Bild: Ella Priesnitz zum Artikel Dokumentarfilmerin HFF-Studentin Marina Anselm

Die Filmstudentin Marina Anselm spricht in Campus Cinema über ihre Arbeit als Regisseurin. Marina kam 1983 in einer deutschen Familie in Kasachstan auf die Welt. 1990 zog sie nach Deutschland. An der HFF studiert sie Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik. "Markt und Wert" ist ihre erste Regie-Arbeit. [mehr]

Harte Worte. Aber was im Verlauf der Kurzdoku "Markt und Wert" von Marina Anselm klar wird: So ganz passt das Klischee vom geldgierigen Makler dann doch nicht. Denn Willi Brose legt kaum Wert auf Statussymbole - ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung hat er nicht. Auch keinen beeindruckenden Fuhrpark. Er möchte das Geld einfach besitzen, um es zu haben.

Für Regisseurin Marina Anselm war es nicht leicht, den Münchner Makler zu seiner Teilnahme an ihrem Film zu bewegen. Eine Woche vor Drehbeginn sagt er ab. Anselm spricht noch einmal mit ihm, schlägt vor, die Familie einzubeziehen. Und genau das stimmt Brose um - denn auch seine Eltern wollen bei dem Film mitmachen.

Über die Regisseurin

Marina Anselm kam 1983 in einer deutschen Familie in Kasachstan auf die Welt - damals noch Teil der Sowjetunion. 1990 kam sie mit ihren Eltern und drei Geschwistern nach Nordrhein-Westfalen. Ab 2004 studierte sie zunächst im bayerischen Eichstätt Diplom-Journalistik und arbeitete nebenbei unter anderem für "Die Welt". Nach ihrem Abschluss im Februar 2009 jobbte sie außerdem als Produktionsassistentin, Übersetzerin und Rechercheurin für die Peter Prestel Filmproduktion. In dieser Zeit entdeckte sie ihre Liebe zum Dokumentarfilm, sie bewarb sich an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Seit vier Jahren studiert sie dort nun Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik - allerdings mit einer Unterbrechung. Von Januar 2012 bis September 2013 war sie wegen Elternzeit beurlaubt. Danach stieg sie wieder ein und legte im Juni 2014 mit "Markt und Wert" ihre erste Regie-Arbeit vor.


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