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"Mann gegen Mann" von Simon Denda Angst trifft Gewalt

Die Hooliganfreunde von Max sind gewaltbereit und homophob. Trotzdem sind sie wie eine Familie für ihn. Was sie nicht wissen: Max ist schwul. Als sein Ex-Lover Karsten plötzlich auftaucht, droht die Eskalation.

Stand: 08.03.2017

Neun Minuten und 45 Sekunden dauert der Schwarzweiß-Kurzfilm "Mann gegen Mann" von Simon Denda. Der Nachwuchsregisseur studiert seit 2012 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München Regie im fiktionalen Bereich. In "Mann gegen Mann" geht es um ein gesellschaftlich heikles Thema: Homophobie im Fußball.

Simon Denda

Hauptfigur von Simon Dendas Kurzfilm ist Max, ein respektiertes Mitglied einer Hooligangruppe. Dass er schwul ist, weiß hier keiner. Auch von seiner Affäre mit Karsten vor ein paar Monaten hat Max hier natürlich niemandem erzählt. Aber dann taucht Karsten plötzlich im Clubhaus auf. Max setzt alles in Gang, um seinen Ex-Liebhaber loszuwerden, aber das ist gar nicht so einfach: Denn Karsten steht unter dem Schutz des Hooligan-Chefs, drängt sich immer weiter in die Gruppe und macht Max damit das Leben schwer - der Gipfel ist eine Stripperin, mit der Karsten Max vor den anderen bloßstellt. Nun muss Max handeln, damit sein Geheimnis nicht auffliegt.

"'Mann gegen Mann' beruht auf einer Geschichte, die ich in Hamburg erlebt habe. Das Thema hat mich so fasziniert, dass ich darüber einen Film machen wollte. Besonders reizt mich dabei die Suche nach dem eigenen Ich und die Zwänge, die dabei von außen auf einen einwirken."

Regisseur Simon Denda

Das Drehbuch für den Kurzfilm hat Simon Denda gemeinsam mit seinem Kommilitonen Henning Pulß geschrieben. Als Vorbereitung hat er viel zum Thema gelesen, teilweise auch Vor-Ort-Recherchen geführt. Vor allem aber: intensiv in sich selbst hineingehört, sagt Simon: "Das Thema der Selbstfindung ist sehr universell und betrifft einen ja selbst. Auch wenn man selbst nicht das Problem der Figur hat, so findet man doch immer Teile in sich, die man verwenden kann." Dass der komplette Film in Schwarzweiß gedreht ist, war eine Vorgabe der Hochschule, aber es passt irgendwie auch gut zu seinem Film, meint Simon: "Wahrscheinlich hätte ich mich bei dem Thema sowieso dafür entschieden." 

Filmszenen aus "Mann gegen Mann"

Das sagt ein Oscar-Gewinner zu "Mann gegen Mann"

Regisseur Florian Gallenberger

Sechs Monate haben Simon und sein Team an "Mann gegen Mann" gearbeitet, der fertige Film wurde auf verschiedenen Festivals gezeigt und hat zwei Preise gewonnen: den Rotary Filmpreis und den Publikumspreis beim Queersicht Filmfestival 2014 in Bern.

Preise mit denen "Mann gegen Mann" ausgezeichnet wurde, bzw. Festivals auf denen der Kurzfilm schon zu sehen war.

Extra für die Campus-Cinema-Ausstrahlung von "Mann gegen Mann" hat sich ein alter Hase, Regisseur Florian Gallenberger, gemeinsam mit Simon dessen Kurzfilm angesehen. Florian Gallenberger hat ebenfalls an der HFF in München studiert, mit seinem Abschlussfilm hat er im Jahr 2001 sogar einen Oscar in der Kategorie Kurzfilm gewonnen. Inzwischen ist Florian Gallenberger ein international gefragter Regisseur. Für Simon war dessen Feedback deshalb hilfreich und spannend:

"Das Treffen mit Florian war sehr interessant und es war einfach faszinierend zu sehen, wie einen die HFF miteinander verbindet, auch wenn unsere Studienzeit ein paar Jahre auseinander liegt. Wir konnten gleich sehr offen miteinander sprechen."

Simon Denda

"Mann gegen Mann hat Florian Gallenberger gut gefallen", sagt Simon, "weil er sehr intensiv ist. Natürlich hat er auch noch Schwächen, aber dafür bin ich ja an der Hochschule.“


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