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Einblicke bei den Machern Fokus Kapstadt - eine Kulturdoku der Hochschule Hannover

In Campus Cinema: Die Kulturreportage „Alte Träume, neue Wege - Kultur in Kapstadt“ von Studenten der Hochschule Hannover über das Leben, die Menschen und die kulturellen Einflüsse Kapstadts zeigt Facetten der Metropole jenseits des touristischen Mainstreams.

Von: Fenna Thormählen

Stand: 10.08.2018

Die 15 Studierenden des Masterstudiengangs Fernsehjournalismus der Hochschule Hannover lassen die Zuschauer mit ihrer selbstproduzierten Kultur-Reportage eintauchen in das faszinierende Lebensgefühl Kapstadts. Den Rahmen der einzelnen Beiträge liefern Bilder der spektakulären Landschaft, der faszinierenden Natur und des pulsierenden Lebens in der Stadt.

Alte Träume, Neue Wege - Kultur in Kapstadt ist eine Produktion von Studierenden

Am Kap der Guten Hoffnung

Studierende des Masterstudiengangs Fernsehjournalismus der Hochschule Hannover und Studenten der Cape Peninsula University of Technology in Kapstadt legen in ihrem gemeinsamen Film einen Schwerpunkt auf dieThemen Gleichberechtigung, kulturelle Entwicklung und den „Vibe“ Kapstadts. Dabei geht es ihnen um die vielen Kontraste der Stadt – zwischen schwarz und weiß, jung und alt, Mann und Frau. Hinzu kommen Einblicke in die faszinierende Natur und die pulsierende Innenstadt der südafrikanischen Metropole. 

Marie-Luise Rothacker

"Als verwöhnter Europäer wundert man sich zunächst, dass es in einer großen Stadt wie Kapstadt keinen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr gibt. Doch statt via U-Bahn hektisch von einem Drehort zum nächsten zu hetzen, hatten wir so die Möglichkeit immer wieder mal innezuhalten, um uns vom Lebensgefühl dort  treiben zu lassen. Mit die schönsten Momente Kapstadts spielten sich für mich in klapprigen Zügen ab, die langsam die Küste entlang ruckelten oder in vollgestopften Minibussen, gelenkt von aus voller Kehle singenden Fahrern."

Marie-Luise Rothacker

Kapstadt ist voller Gegenätze

Während des Aufenthalts der deutschen Studenten in Kapstadt waren die vergangenen Proteste für die Abschaffung der Studiengebühren immer noch Thema und gegenwärtig, vor allem bei der Jugend Kapstadts. Die Studenten in Kapstadt waren mit in ihrem Protesten erfolgreich, denn die Studiengebühren wurden doch nicht erhöht und im Gegensatz zu den noch nachhallenden brutalen Protesten während des Apartheid-Regimes, ging es friedlich zu. Eine neue junge Protestkultur entstand - der Jugend ging es nicht nur um die Möglichkeit studieren zu können, sondern darum sich endlich von den Resten der Apartheid lossagen zu können, um ihr "eigenes" Südafrika zu erschaffen. Viele junge Menschen wurden kreativ. So bedeutet Protestieren heute auf südafrikanisch auch tanzen, singen und musizieren. Dennoch es gab auch eine Reihe brutaler Bilder, die nicht spurlos an einem vorbei gehen, so auch nicht an den Studenten der Hochschule Hannover. Die deutschen Studierenden nahmen wahr, dass der Weg Südafrikas in ein Land ohne Rassismus noch lang sein würde.

Catherine Wenk bei den Dreharbeiten

"Aufbruch und Stillstand, Hoffnung und Resignation: Für mich ist Kapstadt ein Ort der Widersprüche. Die immer noch herrschende Ungleichheit zwischen Schwarz und Weiß zeigt sich tagtäglich im Stadtbild. Und doch ist da zugleich auch diese unbändige Energie, dieser Wille, das Bestehende zu verändern, was ich gerade bei den jungen Kapstädtern sehr intensiv wahrgenommen habe."

Catherine Wenk

Alles Theater? Kapstadt vibriert

Vom Jugendzentrum aus Müll, über das Erbe traditioneller Musik bis hin zur Videokünstlerin – das Leben in Kapstadt ist bunt. Ein Besuch im Township Langa zeigte den Studierenden wie viel Apartheid noch in den Knochen Südafrikas steckt und doch: Auch hier bewegt sich etwas und die Musik verbindet über jegliche Grenzen hinweg. Während eine Gruppe der Studierenden sich mit der neuen Protestkultur Kapstadts auseinander setzte, konnte eine andere Gruppe eine junge Videokünstlerin bei ihrer Arbeit begleiten. Auch hier drehten sich die Themen immer wieder um die Reste der Apartheid, aber auch um den Willen der jungen Generation den Traum Nelson Mandelas von einer bunten, facettenreichen "Regenbogen"-Nation zu verwirklichen.

Bei den Erfindern und Machern des Rooibos Ice Teas

Einen Hausbesuch machten die Studenten bei den Erfindern und Machern des Rooibos Ice Teas, der auf dem Food Market in Kapstadt verkauft wird. Um den Tee geht es aber nur zweitrangig, denn die Geschichte der Gründerin steht für so viel mehr als nur Tee. 

Mathias Wiesel (r. mit Kamera) bei einem Kinderchor.

"Malerisch gelegen am Fuße des Tafelbergs, umgeben von atemberaubender Natur - ohne Zweifel ist Kapstadt ein echtes Urlaubsparadies. Doch wer tiefer eintaucht, erlebt auch eine Stadt der Gegensätze und sozialen Ungleichheiten und trifft auf Menschen, die dagegen etwas tun wollen, auf ganz unterschiedliche Weise."

Matthias Wiesel

Traditionelle Musik für die junge Generation?

Nicht nur ein Thema in Europa: Auch in Kapstadt wird traditionelle afrikanische Musik gelehrt – auch wenn die Zahl der Studierenden, die sich dafür einschreiben, sinkt. „When I make music, I’m free.“,- der Professor für traditionelle Musik am South African College of Music Dizu Plaatjies spricht in diesem Beitrag über seinen eigenen Weg zur Freiheit.

10 Tage Kapstadt – Millionen Eindrücke

Am südlichsten Punkt Afrikas

Die Studierenden ließen sich mitreißen von dieser faszinierenden Stadt und suchten nach den Kontrasten zwischen der schwierigen Vergangenheit und dem pulsierenden Jetzt. Sie trafen auf inspirierende Persönlichkeiten und entdeckten bewegende Geschichten – eine spannende Zeit von der jedes studentische Team noch lange zehren wird. Durch die Counterparts in Kapstadt hatten die Studenten aus Hannover die Gelegenheit tiefer in den Alltag Kapstadts zu blicken und noch viel mehr zu erfahren, als auf eigene Faust möglich gewesen wäre.  

Fenna Thormählen

"Kapstadt war für mich so viel mehr als nur eine Metropole. Hier trifft die Vergangenheit auf die Neuzeit und die Stadt vibriert vor künstlerischer Kreativität. Ein 'Melting Pot' wie kein anderer, der betroffen macht aber auch Hoffnung schöpfen lässt."

Fenna Thormählen

'Alte Träume, Neue Wege - Fokus Kapstadt' zeigt eine Millionenstadt abseits des Mainstreams und ein Südafrika auf seinem Weg zur 'Rainbow-Nation'.

Die Produktion: 10 Tage in Kapstadt

„Alte Träume, neue Wege – Fokus Kapstadt“ entstand im Rahmen eines Projektseminars des Studienganges „Fernsehjournalismus“ an der Hochschule Hannover. Die Studierenden des zweiten Semesters reisten im April 2016 nach Kapstadt, um in Zusammenarbeit mit den Filmstudenten der Cape Peninsula University of Technology (CPUT) die spannende Reportage innerhalb von nur 10 Tagen zu recherchieren, zu organisieren und zu drehen.

Die Studentengruppe

Maline Bertram

Maline Bertram studierte im Bachelor Journalistik an der Hochschule Hannover und studiert nun im Master "Fernsehjournalismus" ebenfalls an der Hochschule Hannover. Praktika absolvierte sie unter anderem in der Regionalsparte von SAT 1.

Annie Carparelli studierte nach ihrer Ausbildung zur Fotografin im Bachelorstudiengang "Journalistik" an der Hochschule Hannover. Dem schloss sie zahlreiche Praktika und den Masterstudiengang "Fernsehjournalismus" an der Hochschule Hannover an. Zurzeit arbeitet sie als freie Autorin und Fotografin in Hannover und Umgebung.

Chen Bin und Sebastian Koelmann

Chen Bin studierte Germanistik und Journalismus in Shanghai und studiert nun ebenfalls in Hannover. Berufserfahrungen sammelte er bei einem internationalen Sender in Shanghai und bei TheBesty.com in Santiago de Chile.

Lea Drabent studierte im Bachelor "Journalismus" an der Universität Bremen und schloss danach den Master in Fernsehjournalismus in Hannover an.

Maike Eikelmann studierte "Angewandte Medienwissenschaften" an der TU Ilmenau und schloss daran den Master "Fernsehjournalismus" an der Hochschule Hannover an. Durch ein siebenmonatiges Praktikum bei dem kanadischen Minderheiten Sender APTN National News sammelte sie fundierte Erfahrungen im Bereich des Nachrichtenjournalismus.

Samira Knop (l.) und Maike Eikelmann

Samira Knop studierte "Sportjournalismus" an der Medien Akademie in Hamburg und absolviert zurzeit den Masterstudiengang "Fernsehjournalismus" an der Hochschule Hannover.

Sebastian Koelman studierte im Bachelor "Journalistik" an der Hochschule Hannover und studiert seit dem Wintersemester 2015/2016 Master "Fernsehjournalismus" ebenfalls in Hannover. 

Wiebke Lampe studierte im Bachelor „Journalistik“ an der Hochschule Hannover. Dem schloss sie den Masterstudiengang „Journalismus“ ebenfalls an der Hochschule Hannover an.

Leonie Nadollek

Leonie Nadollek studierte im Bachelor "Journalistik" an der Hochschule Hannover und studiert zurzeit Master "Fernsehjournalismus" an der Hochschule Hannover.

Marie-Luise Rothacker studierte Medienwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Tübingen. Anschließend sammelte sie als technische Leiterin Berufserfahrungen bei einem privaten Lokalsender. Seit 2015 studiert sie im Masterstudiengang "Fernsehjournalismus" in Hannover.

Jana Stark

Jana Stark, 25 studierte „Theater- und Medienwissenschaften“ und „Soziologie“ an der Universität Erlangen. Sie absolvierte zahlreiche Praktika unter anderem beim ZDF in Mainz und studiert nun den Master „Fernsehjournalismus“ in Hannover.  

Annika Stawicki studierte im Bachelor "Journalistik" an der Hochschule Hannover. Sie arbeitete bereits als freie Mitarbeiterin bei SAT 1 und studiert zurzeit im Master "Fernsehjournalismus" an der Hochschule Hannover.

Fenna Thormählen studierte "Kulturwissenschaften" an der Leuphana Universität Lüneburg und absolviert zurzeit den Master "Fernsehjournalismus" an der Hochschule Hannover. Berufserfahrungen sammelte sie beim Kinderkanal und als Werkstudentin in einer Online Redaktion, die sich mit E-Learning auseinandersetzt.

Wiebke Lampe und Andrea Drabent

Catherine Wenk schloss 2015 ihr Bachelorstudium Journalistik an der TU Dortmund erfolgreich ab. Zurzeit absolviert sie das Masterstudium "Fernsehjournalismus" an der Hochschule Hannover. 2011 volontierte sie bei der Westdeutschen Zeitung in Düsseldorf, seitdem arbeitet sie als freie Journalistin, unter anderem für Print (WAZ, WP, epd) und Online (NDR). 

Matthias Wiesel arbeitete schon während der Schulzeit als freier Mitarbeiter bei der Westfälischen Rundschau. Nach seinem Bachelorstudium in „Journalistik“ an der TU Dortmund und zahlreichen Praktika unter anderem beim ZDF studiert er nun „Fernsehjournalismus“ an der Hochschule Hannover.

Dozent: Prof. Michael Sutor. Er hat zahlreiche Dokumentationen für den NDR produziert - außerdem hat er für den Kinofilm "Der Unhold" von Volker Schlöndorf Aufnahmen beigetragen. Er lehrt an der Hochschule Hannover Journalistik und Mediendesign.


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