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Dokumentarfilmerin HFF-Studentin Marina Anselm

Die Filmstudentin Marina Anselm spricht in Campus Cinema über ihre Arbeit als Regisseurin. Marina kam 1983 in einer deutschen Familie in Kasachstan auf die Welt. 1990 zog sie nach Deutschland. An der HFF studiert sie Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik. "Markt und Wert" ist ihre erste Regie-Arbeit.

Von: Ella Priesnitz

Stand: 02.08.2017

Marina Anselm, Filmemacherin, Studentin an der HFF | Bild: Ella Priesnitz

Was ist für Dich die größte Herausforderung beim Filmemachen?

Ich finde es wirklich schwierig, ganz klar herauszufinden, was ich mit meinem Film sagen will. Und diese Schwierigkeit besteht von Anfang bis Ende: Beim Schreiben des Konzepts, beim Dreh, beim Schnitt, beim Grading… man muss sich immer entscheiden. Es muss ja ein großes Ganzes ergeben.

Was ist das Wichtigste, was Du bisher an der HFF gelernt hast?

Mein Blick auf Filme hat sich geändert: man muss sie nicht nur sehen, man muss danach auch darüber sprechen. Oftmals ändern sich dann auch der Eindruck und die Meinung. Filme schauen und drüber reden – das machen wir an der HFF natürlich exzessiv. Außerdem lernt man, im Team zu arbeiten. Beim Dreh lernt man Menschen sehr schnell und sehr gut kennen – schlussendlich müssen sich aber alle unabhängig von persönlichen Befindlichkeiten auf die Arbeit konzentrieren.

An welchem Projekt arbeitest Du gerade?

Ich habe bei einem Kooperationsprojekt mit dem BR meine Mutter bei ihrem ersten Besuch nach 25 Jahren in ihre Heimat Kasachstan begleitet. Der Film ist sehr persönlich. Gleichzeitig erzählt er auch ein bisschen die Geschichte der Russlanddeutschen, die viele gar nicht kennen.

Filmprojekte von Marina Anselm

HFF-BR Co-Produktion: "Wind in meinem Haar - Ferne Heimat Karatau"

„Wind in meinem Haar – Ferne Heimat Karatau“ ist ein Dokumentarfilm, der der Frage nach Verwurzelung und Identität nachgeht und dabei ein Stück (russland-)deutscher Geschichte erzählt.

Melitta Anselm reist nach Karatau in Kasachstan. 25 Jahre ist es her, seit sie mit ihrer Familie das damals sowjetische Land verlassen hat und nach Deutschland emigriert ist, in das Land ihrer Vorfahren. Nun fährt sie erstmals zurück. Sie will noch einmal das Grab ihres Vaters besuchen, noch einmal vor ihrem alten Haus stehen, noch einmal den sanften Steppenwind spüren. Sie kommt an einen Ort, der ihr näher ist, als ihr jemals bewusst war. Ein Dokumentarfilm, der der Frage nach Verwurzelung und Identität nachgeht und dabei ein Stück (russland-) deutscher Geschichte erzählt.

Credits
Deutschland 2016
Buch und Regie: Marina Anselm
Kamera: Pius Neumaier
Produktion: Marina Anselm, BR und HFF München

Vordiplomsfilm "Hahnenkämpfer"

HFF - Vordiplomsfilm von Marina Anselm | Bild: Pius Neumaier

„Hahnenkämpfer“ porträtiert einen Kampfhahnzüchter, der für seine Kämpfe nach Lille fährt, die einzige europäische Stadt, in der Hahnenkämpfe erlaubt sind. Der Film thematisiert die Ambivalenz zwischen der starken Bindung von Züchter und Tier und der Brutalität der Kämpfe.

Der Rhythmus seines Lebens wird durch seine Leidenschaft bestimmt: Kampfhähne. Bis zu sechs Stunden am Tag verbringt er mit ihnen. Füttern, Beobachten, Trainieren. Er ist viel unterwegs, um sich mit anderen Züchtern auszutauschen und neue Tiere zu kaufen. Ein Leben ohne seine 200 Kampfhühner kann er sich nicht vorstellen. Ein Porträt über einen Kampfhahnzüchter in Deutschland, das dem ambivalenten Verhältnis zwischen Mensch und Tier nachgeht. 

Credits
Deutschland 2016
Vordiplomsfilm.
Buch und Regie: Marina Anselm und Daniel Asadi Faeszi.
Kamera: Pius Neumaier
Produktion: HFF München und Gamut Film


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