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Freier Filmemacher Dominik Calzone

Dominik Calzone will Gefühle transportieren und immer mit Leidenschaft bei der Sache sein. Deswegen versucht er, seine eigenen Projekte zu realisieren und nicht die Visionen anderer.

Von: Friederike Kühn

Stand: 29.07.2015

Dominik Calzone | Bild: Dominik Calzone

Emotionen, Gefühle, Leidenschaft - darum geht es dem Deutsch-Italiener Dominik Calzone. Und die versucht er sich auch für seine Kunst zu bewahren - nicht immer leicht, wenn man vom Filmemachen leben will.

Obwohl er in Ludwigsburg geboren und aufgewachsen ist, kam der Sohn eines ehemaligen süditalienischen Priesters und einer deutschen Klavierlehrerin nicht auf die Idee, die dortige Filmhochschule zu besuchen:

"Ich war noch nicht so weit und außerdem muss man da ein einjähriges Praktikum vorweisen. Ich bin erstmal für ein Jahr nach Australien gegangen und als ich dann zurückkam, habe ich mich überall dort beworben, was in die Richtung Film ging."

(Dominik Calzone)

Dominik Calzone und sein Kamerateam

Er studierte Medienwissenschaften an der TU Ilmenau, sammelte erste Erfahrungen in der TV- und Filmproduktion und ging anschließend für ein Jahr nach Rom, wo er an der NUCT-Scuola Internationale di Cinema e Televisione" Regie studierte. Dort entstand auch sein Abschlussfilm "La Violinista".

Zurück in Deutschland, nahm er 2013 am Filmnachwuchs-Förderprogramm "Talentpool" teil, bei dem jedes Jahr eine ausgewählte Gruppe angehender Regisseure, Drehbuchautoren und Produzenten die Chance hat, mit bekannten Filmschaffenden zu arbeiten und von ihnen zu lernen. Heute lebt Dominik Calzone als freier Filmemacher in Berlin. Er ist Gründer des Startups "fandujo", ein Netzwerk von Filmemachern und Kreativen, die in unterschiedlichen Konstellationen gemeinsam Projekte realisieren. Außerdem ist er einer der Organisatoren des italienischen Film- und Kunstfestivals COFFI in Berlin.

Momentan arbeitet Dominik an einem Dokumentarfilm über seinen Vater und taucht in die eigene Vergangenheit ein. Sein italienischer Vater war Priester, verliebte sich in die deutsche Mutter und gab deswegen alles auf: seine Berufung, seine Heimat. Mit einfachen Mitteln und im kleinen Team zu arbeiten, das entspricht heute Dominiks Arbeitsweise:

"Für mich ist es wichtig, dass ich frei bin. Nicht so viel Technik, nicht tausend Leute, ein großes Team, wo das Organisatorische im Vordergrund steht. Das herauszufinden, war ein Lernprozess."

(Dominik Calzone)


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