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Preisträger Kurzfilme über Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung

Preisgekrönte Kurzfilme in Campus Cinema: „Butter Brioche“ von Christopher Kaufmann zeigt die träumerische Geschichte einer heimlichen Liebe. „Trade Queen“ von David Wagner erzählt von zwei Handelsreisenden, die ihre Geheimnisse haben.

Stand: 20.08.2019

Stills Butter Brioche von Christopher Kaufmann, Hamburg Media School | Bild: Christopher Kaufmann, Hamburg Media School

Campus Cinema zeigt zwei Erstlings-Filme, sog. 01, von Studenten der Hamburg Media School. Beide Filme sind auf mehreren nationalen und internationalen Festivals gelaufen und haben bereits mehrere Preise gewonnen. 

Film 01:

Zum Abschluss des ersten Semesters drehen die Studierenden ihren ersten Film, den sogenannten Film 01. An der Hamburg Media School müssen die Erstsemesterfilme eine Länge von 5 Minuten haben. Es dürfen keine Dialoge stattfinden und sie müssen in schwarz-weiß auf 35mm Film gedreht sein. Die Themenwahl steht den Studierenden frei. 

"Auf 35mm-Film zu drehen ist auch spannend. Es war so witzig, man wartet am Anfang ein bisschen, bis man als Regisseur beim Dreh das Bitte gibt, ein besonderer Moment vor den Szenen, und dann kam meine Regieassistentin und sagte nach dem dritten Take, du musst das schneller sagen, wir verbraten viel zu viel Material. Da muss man sich zusammenreißen, denn wir hatten nur begrenzt Filmrollenmaterial. Und mussten extrem kämpfen, als wir für einen Nachdreh von ein paar CloseUps noch ein paar Meter extra Film benötigten."

 Christopher Kaufmann

„Butter Brioche“ von Christopher Kaufmann

Sascha (Michael Schertenleib) ist schüchtern, übergewichtig und verkauft Gebäck. Wenn keiner hinsieht, faltet er grazile Origami. Pia (Kaya Marie Möller) ist für ihn mehr als eine Kundin und das Highlight seines Arbeitstags. Ein Butter Brioche, ein Milchkaffee, dann ist sie auch schon verschwunden. So geht das jeden Morgen. Als sich Sascha überwindet und eine Origami-Lilie in ihrer Tüte versteckt, kann er nicht ahnen, was seine kleine Geste bewirken wird. Ein berührender Film über heimliche Sehnsüchte, Träume und die Hoffnung auf Erfüllung mit überraschenden, skurrilen Wendungen. 

Original Titel: Butter Brioche

Regie: Christopher Kaufmann
Produktion: Hamburg Media School, Filmwerkstatt
Drehbuch: Brix Vinzent Koethe
Kamera: Arend Krause
Schnitt: Habiba Laout
Ton: Marvin H. Keil
Musik: Jens Südkamp
Ausstattung: Frederike Baumann
Produktionsleitung: Karsten Schmied
Schauspieler: Michael Schertenleib, Kaya Marie Möller, Marcus Prell

Preise: 

Kurzfilmfestival Stuttgart: 1. Preis des Festivals 
4. Hagener Kurzfilmfestival Eat My Shorts: 3. Preis der Jury
12th Monterrey International Film Festival, Mexico: Best International Short Fiction Film
East Anglian Student Film Festival, England: Audience Award

Regisseur Christopher Kaufmann 

Christopher Kaufmann wurde 1986 in München geboren. Nach seinem Abitur studierte er Theater- und Medienwissenschaften an der Universität Bayreuth. Neben seinem Studium realisierte er eigene Kurzfilm- und Theaterprojekte und versuchte sich zunächst als Schauspieler. Zwei Jahre lang war er Mitglied des Schauspielensembles der Studiobühne Bayreuth. Nach seinem Bachelorabschluss arbeitete er als 2. Regieassistent und Komparsenbetreuer für verschiedene Fernseh- und Kinoproduktionen, wie "Tatort: Allmächtig", "Pass gut auf ihn auf", oder "Fack ju Göhte" und "Oscar, Anton und das Herzgebreche". Nebenher schrieb er Drehbücher und realisiert als Regisseur eigene Kurzfilme. Bis 2016 studierte er an der Hamburg Media School Filmregie und arbeitet nun an seinem ersten abendfüllenden Film.

Die „Stoffbörse“ an der Hamburg Media School


Immer zum Jahresende gibt es an der Hamburg Media School eine Stoffbörse. Die Studenten des Fachs Drehbuch reichen dort ihre Bücher ein und die Regiestudenten wählen dann aus, was sie realisieren wollen. Die Idee für 'Butter Brioche' hatte Brix Vinzent Koethe. 

„Trade Queen“ von David Wagner 

Tag um Tag fahren Herr Jonas (Thomas Gerber) und Herr Schmidt (Heiko Raulin) durchs Land und verkaufen Systemkochtöpfe an Haustüren. Nach Feierabend trennen sich ihre Wege für gewöhnlich: Jonas verbringt die Abende meist allein am Tresen der nächsten Bar, während Schmidt sich in Schale wirft und als Drag Queen die Umgebung unsicher macht.

Herr Jonas hat zwar kein Verständnis für die doppelte Identität seines Kollegen, doch er toleriert ihn so gut er kann. Als sie sich eines Abends zufällig in derselben Bar treffen, läuft alles aus dem Ruder. Herr Jonas und Herr Schmidt  erscheinen auf den ersten Blick wie gewöhnliche Vertreter, aber sie haben ihre Geheimnisse. 

"Bei 'Trade Queen' hab mich für den Stoff begeistert, weil ich beim Lesen des Drehbuchs sofort einen Film vor meinem inneren Auge gesehen hab. Es war sehr lebendig, mich haben die Figuren interessiert, ihre glitzernden, schillernden Seiten. Und ich wollte einen Film machen, der außerhalb meiner Komfortzone liegt und eintauchen in eine fremde Welt, in diesem Fall die Welt der Drag Queens."

 David Wagner

Original Titel: Trade Queen

Regie: David Wagner
Produktion: Hamburg Media School, Filmwerkstatt
Drehbuch: Justus Bergen
Kamera: Moritz Mössinger
Schnitt: Sönke Saalfeld
Ton: Florian Dermastia
Musik: Cornelia Liebhart-Benedikt/Christian Benedikt
Ausstattung: Frank Schönwald
Produktionsleitung: Janina Sara Hennemann
Schauspieler: Thomas Gerber, Heiko Raulin, Harry Lampl 

Auszeichnung:

Besondere Erwähnung KASHISH Mumbai Intern. Queer Film Festival 

Regisseur David Wagner

David Wagner wurde 1982 in Wien geboren. Mit Anfang 20 fand er über die Fotographie und das leidenschaftliche Drehen von Kurzfilmen mit Freunden seinen Weg zum Film. Als Regisseur und Kameramann drehte er ab 2008 zahlreiche Musikvideos, Werbe-, und Kurzfilme. Eine Zeit lang arbeitete er als persönlicher Assistent von Oscar Preisträger Stefan Ruzowitzky. Er drehte mehrere Dokumentationen im Ausland und entschied schließlich, seinen Fokus auf Regie zu lenken und schrieb sich an der Hamburg Media School für das Fach Regie ein. 2016 schloß er sein Regiestudium ab. Zur Zeit entwickelt er nach einer wahren Begebenheit das Drehbuch für seinen ersten langen Spielfilm.

 

 


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