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"wHole" von Verena Klinger Der Mann, der aus Liebe ein wahnsinns Opfer bringt

Wenn die Kraft der Liebe eines Mannes zu seiner Frau größer ist als sein Drang zur Selbsterhaltung, dann passiert etwas ganz Besonderes. So wie in Verena Klingers Animationsfilm "wHole", in Campus Cinema.

Stand: 05.09.2016

"wHole" | Bild: TH Nürnberg / Verena Klinger

"wHole" von Verena Klinger

Beim Animationsfilm "wHole" hat Verena Klinger zusammen mit Robert Banning Regie geführt. Sie waren Teil einer siebenköpfigen Studentengruppe der Georg Simon Ohm Hochschule in Nürnberg, die über ein Jahr an der Entstehung von "wHole" gearbeitet hat. Der Film schlägt nachdenkliche Töne an: Abgeschieden in der Steppe lebt ein Paar in der Einsamkeit ihres Zeltes. Die Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt, als der Ehemann entscheidet, ein schwerwiegendes Opfer für seine Frau zu erbringen.

Regisseurin Verena Klinger

Von der Zeichnung bis zum fertigen Film hat die Gruppe im R ahmen ihres Studiengangs "Film & Animation" die liebevoll gestalteten Puppen auf der Leinwand zum Leben erwachen lassen. Sie mussten zunächst Storyboards zeichnen, Miniaturmöbel schreinern, Kleidung nähen, ein Zelt einrichten und Lichter setzen, bevor es an die Animation und anschließend an die Komposition des Soundtracks ging.

Der Film wurde als Stop-Motion umgesetzt. Für einen Stop-Motion Film ist es unerlässlich, komplexe Puppen zu bauen und miniaturisierte Filmsets zu erschaffen. Nach dem Puppen- und Setbau werden die Puppen animiert, und eine Illusion von Bewegung durch einzelne aufgenommene Bilder erzeugt. An der Fakultät Design wurden die Filmemacher dazu auch im Modellbau- und Stop-Motion-Bereich ausgebildet.

"Ein bisschen fühlen wir uns mit unseren Stop-Motion-Filmen wie ein Dinosaurier in der von 3D-Animationsfilmen dominierten Kinolandschaft. Ich denke aber, das ist derzeit ein Trend, weil man mit Computeranimationen schneller und billiger zu Ergebnissen kommt. Aber für mich kann es den Charme, den die Stop-Motion-Animation hat, eigentlich nicht ersetzen. Es sieht natürlich aus, es sieht handgemacht aus, es hat einfach einen gewissen Charme."

(Verena Klinger)

"wHole" wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: Der Film erhielt die Goldene Medaille des Bundesverbands Deutscher Film-Autoren e.V., gewann den renommierten Wettbewerb "Eyes & Ears Junior Highlights 2015" und ging im Programm von German Films bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes an den Start.

Über Verena Klinger

Verena Klinger erzählt Geschichten - in Form von Animationsfilmen, Drehbüchern, Comics und Illustrationen.Sie wurde 1986 in Tegernsee geboren und wuchs nahe der österreichischen Grenze in Rosenheim auf. Nach ihrem Schulabschluss führten sie Abstecher zunächst nach Finnland und dann an die Universität Trier, wo sie Japanologie, Medienwissenschaft und Philosophie studierte. 2011 begann sie schließlich ihr Designstudium an der TH Nürnberg Georg Simon Ohm mit Schwerpunkt Film & Animation. Dort entstanden mehrere animierte Kurzfilme in Zeichentrick- und Stop-Motion-Technik. Und nicht zuletzt auch der Puppentrickfilm "wHole", bei dem sie gemeinsam mit Robert Banning Regie führte. Die Fähigkeiten für diese aufwendige Produktion hatte sie sich, unter anderem, durch ein Praktikum bei TRIKK17 in Hamburg erarbeitet. Ihr Studium hat sie inzwischen beendet – nach einem weiteren kleinen Abstecher, diesmal an die Konkuk University in Seoul, Südkorea.


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