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"Wie ist die Welt so stille" von Susann Maria Hempel Surrealer Traumtanz à la David Lynch

Susann Maria Hempel gewann mit diesem Film 2014 den Kurzfilmpreis der Deutschen Filmkritik. Doch eigentlich ist der Film eine "Resteverwertung" eines missglückten Projekts, wie sie meint. Campus Cinema zeigt, was rauskam.

Von: unicato / Christian Wurzer

Stand: 09.09.2015

Gedreht im alten kaiserlichen Post- und Telegraphenamt in Greiz

Hier hat sie sich in einem Flur eine Atelieretage eingerichtet. Vor über hundert Jahren war das ein prächtiger Bau im Stil der Gründerzeit. Innen gab es viele leerstehende Zimmer in langen düsteren Korridoren. Mit ihrem Team hat sie hier die Flure mit Erde aufgeschüttet, zwischendrin Bäume und Sträucher gepflanzt und sogar in mühseliger Kleinarbeit einen Barkas-Transporter hineingestellt. Heißt, draußen zerlegt und im Hausflur wieder zusammengebaut.

"Barkas war der Name des sächsischen Automobilherstellers VEB Barkas-Werke Karl-Marx-Stadt und die Markenbezeichnung der von 1957 bis 1991 von ihm hergestellten Nutzfahrzeuge, die zur Fahrzeuggattung der Kleintransporter zählen. Zeitweise war der VEB-Stammbetrieb Teil des IFA-Kombinats Personenkraftwagen. Die Fertigungskapazitäten des modernen Barkas B 1000 konnten bis in die 1970er-Jahre weder die Nachfrage im In- noch dem Ausland auch nur ansatzweise abdecken. Aus planwirtschaftlichen Gründen ließ sich die Produktion auch nicht entsprechend aufstocken oder der Preis anpassen. Nur wenige tausend Fahrzeuge rollten jährlich vom Band."

Wikipedia

„Wie ist die Welt so stille“ führt in eine Welt zwischen Traum und Wirklichkeit

Susann Maria Hempel inszeniert Szenen des realen menschlichen Zusammenlebens surreal. Die gezeigten Filmsequenzen sind Teil eines zunächst großangelegten Projektes.

"Ursprünglich wollte ich weniger eine Geschichte erzählen, sondern viel mehr Erinnerungsspuren rekonstruieren."

Susann Maria Hempel zu 'Wie ist die Welt so stille'

Für die Kurzfassung hat Susann Maria Hempel das Konzept verändert.

"Ich habe verstärkt abstrahiert und mehr die Menschen und ihre Geschichten, die sich in den Räumen abgespielt haben, in den Mittelpunkt gerückt."

Susann Maria Hempel zu 'Wie ist die Welt so stille'

Ausgezeichnet auf der Berlinale 2014

Die Jury des Verbands der Deutschen Filmkritik zeichnete den fünfminütigen Experimentalfilm auf der Berlinale 2014 als besten Kurzfilm aus. Für den Preis kann man sich nicht bewerben, man wird nominiert.

"Der Regisseurin gelingt es in nur fünf Minuten, eine faszinierende Wunderkammer aus Tableaus und ritualisierten Handlungen zu entwerfen, die ein außergewöhnliches filmisches Talent belegt und auf Künftiges hoffen lässt"

Aus der Begründung der Jury

Der Film in Bildern

"Laut ruft die Glocke jetzt über das Deck / Nichts half das kämpfen, das Schiff, es ist leck. Macht Euch bereit macht Euch bereit / Jetzt segeln wir in die Ewigkeit."

Aus: 'Wie ist die Welt so stille'


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