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"Rabenjunge" von Andrea Deppert Der komische Vogel auf dem Baum wird plötzlich begehrt

Wenn die Kraft der Liebe zweier Ungleicher die Ordnung einer ganzen Gesellschaft durcheinanderbringen kann, dann passiert etwas ganz Besonderes. So wie in Andrea Depperts Animationsfilm "Rabenjunge"

Stand: 05.09.2016

Unter den Kindern des Dorfes herrscht das Gesetz des Stärkeren: Eine Gruppe Kinder verhöhnt und schikaniert mit Freuden den auf einem Baum lebenden Außenseiter. Angeführt vom brutalsten und gemeinsten der Jungen verhöhnen sie den Rabenjungen. Eines Tages erscheint ein bezauberndes Mädchen aus der Ferne, das alle in ihren Bann zieht, doch es ist ausgerechnet der Rabenjunge, dem sie ihre Aufmerksamkeit schenkt. Das Selbstverständnis der Ordnung der kleinen Gesellschaft gerät ins Wanken. Ein berührender Animationsfilm über die Kraft der Liebe unter widrigen Umständen.

Regisseurin Andrea Deppert

Die filmische Fabel, samt ihrer kontrastreichen Gegenüberstellung von Gut und Böse in einer grau-tristen Umgebung unter wirkungsvollem Einsatz von Farbe, ist ästhetisch herausragend. Andrea Deppert versteht es in ihrem Abschlussfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg, ausgezeichnet mit dem Prädikat "Besonders Wertvoll", das traditionelle Puppenspiel mit digitaler Bildtechnik effektvoll zu verbinden, indem sie handgefertigte Marionetten in eine computergenerierte 3D-Welt implementiert. Die gelungene Art der Projektion von menschlichen Gesten und Verhaltensweisen ermöglicht das Verständnis für die Konfliktsituation, die wortlos ausgetragenen wird.

"Ich mag es, wenn in Animationsfilmen die Haptik von echtem Material da ist. Und ich bin der Meinung, es gibt so tolle Effekte, die man am Computer herstellen kann, warum sollte man das nicht verbinden mit traditionellen Techniken wie dem Puppenspiel? Ich finde, da entsteht ein ganz schöner, sehr eigensinniger Charme."

(Andrea Deppert)

Über Andrea Deppert

Andrea Deppert wurde 1977 in Göttingen geboren und studierte von 1999 bis 2004 Visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, sowie der Universität der Künste in Berlin. Sie entschied sich für ein weiteres Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg im Fachbereich Animation. 2010 schloss sie das Studium mit ihrem vielfach ausgezeichneten Diplomfilm “Rabenjunge“ ab. Seitdem arbeitet sie als Regisseurin und Drehbuchautorin an zahlreichen Projekten, unter anderen die Kinderserie “Meine Schmusedecke“, die heute weltweit erfolgreich ausgestrahlt wird, sowie an dem Animations-Langfilm „Latte Igel und der Wasserstein“ für dessen Drehbuch sie gemeinsam mit Martin Behnke den Deutschen Animationsdrehbuchpreis 2014 verliehen bekam und für den sie ab 2017 Regie führen wird. Andrea Deppert lebt und arbeitet in Berlin.


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