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AfD-Hochschulgruppen Recht(s) studieren

Deutsche Fahnen vor der Uni? Die AFD gründet immer mehr politische Hochschulgruppen, die sich für Patriotismus und gegen Flüchtlinge einsetzen. In den größtenteils links dominierten Studierendenparlamenten sorgt das für heftige Auseinandersetzungen.

Von: Fabian Mader

Stand: 11.05.2016

Krisensitzung im Studierendenparlament der Uni Düsseldorf. Der AStA hat eine Veranstaltung mit Bernd Lucke abgesagt, dem Gründer der AfD. Aus Angst vor Angriffen, denn einige Studenten hatten Proteste angedroht. Die AfD-Hochschulgruppe will das so nicht gelten lassen und verlangt Aufklärung vom AStA-Vorstand.

"Aus welcher Richtung kamen diese Anfeindungen, diese Drohungen konkret?"

David Eckert, AfD-Hochschulgruppe Düsseldorf

"Diese körperlichen Drohungen kamen - soweit ich es mitbekommen habe, von keiner politischen Richtung, sie kamen von Idioten. Und ich halte eine Schuldzuweisung auf politischer Basis für verfehlt."

Michael Swoboda, Juso-Hochschulgruppe

Das alles vor der Kamera, während der Sitzung des Studierendenparlaments. Die Stimmung ist angespannt. Der Ton ist rau zwischen den einzelnen Gruppen. Denn viele wollen mit der AfD nichts zu tun haben. Sie nehmen David Eckert und seinen Mitstreitern vor allem Facebook-Posts gegen Flüchtlinge übel.

Derzeit sind Asylbewerber in der Sporthalle auf dem Campus untergebracht. Vorübergehend, weil die Stadt keinen Platz mehr für Sie findet. Die AfD macht dagegen auf Facebook Stimmung.

Auch die Forderung, eine deutsche Fahne vor jeder Uni zu hissen, sorgt für wenig Verständnis.

"Das ist völliger Unsinn. Ich verstehe nicht, was erreicht werden soll. Ich verstehe nicht, was eine Universität, die eigentlich frei im Denken sein soll, mit der Nation direkt zu tun haben soll."

Michael Swoboda, Juso-Hochschulgruppe

Am Ende der Sitzung im Studierendenparlament macht David Eckert noch eine Ankündigung, die bei vielen für Entsetzen sorgt:

"Im Hinblick darauf, dass ihr jemand wie Bernd Lucke ausgeladen habt, kann ich heute eine Erklärung abgeben: Wir haben beschlossen, dass wir Björn Höcke an die Universität einladen werden. Und darauf könnt ihr euch sehr freuen, das wir eine abenteuerliche Veranstaltung." David Eckert, AfD-Hochschulgruppe Düsseldorf

Michael Swoboda hält das für eine "dumme Idee"“, und "typisch" für die AfD-Hochschulgruppe. Sie wollen provozieren, tragen aber zur Lösung irgendwelcher hochschulpolitischen Probleme nichts bei.

Eins ist klar: Politischer Friede kehrt an der Uni Düsseldorf nach dieser Ankündigung so schnell nicht ein.


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