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Prof. Dr. Andreas Lendlein Regenerative Therapien, intelligente Textilien und künstliche Muskeln - die Bedeutung multifunktionaler Materialien

Prof. Dr. Andreas Lendlein ist Materialwissenschaftler. Am Institut für Biomaterialforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht forscht er an Polymeren, auf deren Grundlage multifunktionale Materialien bis hin zu künstlichen Muskeln entwickelt werden können. Über den aktuellen Forschungsstand berichtet er in den Campus Talks.

Stand: 16.11.2020

Roboter aus weichen Materialien, die sich selbstständig bewegen können, sind aufgrund ihrer gewebeähnlichen mechanischen Eigenschaften besonders gut geeignet für den Einsatz im Kontakt mit Menschen, beispielsweise um auch in hohem Alter ein selbstbestimmtes Leben zu unterstützen.

Implantate, die Regenerationsprozesse in verletztem Gewebe steuern können und sich vollständig auflösen, sobald der Defekt behoben ist, eröffnen der modernen Medizin vielfältige Möglichkeiten. Textilien, die ihre Wasserdurchlässigkeit bei Temperaturerhöhung vorübergehend ändern können, sind für atmungsaktive Sportbekleidung relevant.

Alle diese Anwendungen basieren auf Polymeren, die besondere Funktionen aufweisen. Sie können etwa kontrollierte Bewegungen ausführen, sind abbaubar, können sich selbst reparieren oder sind in der Lage, das Verhalten von Zellen zu  steuern.

Wie können Materialien so gezielt programmiert werden, damit sie diese besonderen Funktionen beherrschen? Diese Frage beantwortet Prof. Lendlein in den Campus Talks.

Vita

Andreas Lendlein studierte Chemie an der Johannes Gutenberg Universitat Mainz und promovierte an der ETH Zürich in Materialwissenschaft. Nach einer Forschungstätigkeit am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, USA, habilitierte er 2002 im Fach Makromolekulare Chemie an der RWTH Aachen, wo er von 2004 bis 2006 Professor der Medizinischen Fakultät war.

Derzeit leitet Prof. Lendlein das Institut für Biomaterialforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht in Teltow sowie den Lehrstuhl Materialien in den Lebenswissenschaften der Universität Potsdam. Darüber hinaus ist er Honorarprofessor am Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin, sowie Mitglied in der medizinischen Fakultät der Charité, Universitätsmedizin Berlin.

Prof. Lendlein hat mehr als 650 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht und ist Erfinder von ca. 300 erteilten Patenten und veröffentlichten Patentanmeldungen. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten sowie seine Aktivitäten als Entrepreneur wurde er mit über 20 Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem BioFuture Preis des BMBF, mit dem Hermann-Schnell-Preis der GDCh und mit dem World Technology Network Award in der Kategorie Health & Madicine. Er ist Gründungs-Herausgeber der Zeitschrift Multifunctional Materials, IOP Publishing, und Mitglied des Executive Advisory Boards der Macromolecular Journale des Wiley-VCH Verlags.


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