ARD-alpha - Campus


5

Eure Vertretung So hilft der AStA im Uni-Dschungel

Du wohnst im Wohnheim, hast ein Semesterticket, isst in der Mensa und schaust gern mal in die Unizeitung? Dann hattest du schon Kontakt mit deiner Studierendenvertretung - vielleicht ohne es zu wissen. Aber wer sind die eigentlich - und was machen die?

Von: Patrick Lerch

Stand: 11.04.2015

In AStA und Co. sitzen Studis, die von ihren anderen Kommilitonen gewählt wurden. An kleineren Unis sind das direkte Wahlen, an größeren indirekte – das heißt, die Studierenden wählen ein Studierendenparlament, das wiederum die Vertretung bestimmt. Einige Aufgaben sind recht plakativ und öffentlichkeitswirksam. Andere wirken weniger sexy, sind aber mindestens genauso wichtig.

Studentisches Leben verbessern

Zu den sichtbaren Aufgaben gehören Hilfe bei der Wohnungs- oder Arbeitssuche, ihr Einsatz für günstiges und abwechslungsreiches Essen in der Mensa – auch für Vegetarier und Veganer – oder die Verhandlungen mit den öffentlichen Nahverkehren über das Semesterticket. Sie organisieren Einführungsveranstaltungen für Erstsemester, bringen die Unizeitung heraus oder treiben das kulturelle Leben an der Uni voran: mit Theater, Konzerten, Workshops.

Margaretha Erber ist neue Sprecherin der Landes-ASten-Konferenz in Bayern

Margaretha Erber, Studentin der Hochschule Landshut ist seit 30. November 2017 neue Sprecherin aller ASten in Bayern. Die Landes-ASten-Konferenz erweitert so ihr Sprechterteam. Zusammen mit ihrem Kollegen Constantn Pittruff will sie die Vernetzung der Studierendenvertretungen Bayerns weiter vorantreiben und festigen. Margaretha Erber möchte dazu alle Studierendenvertretungen an einen Tisch holen und auch die Kontakte zu Politikern im Bayerischen Landtag, dem Kultusministerium und der Presse suchen und festigen. Die LAK Bayern hat sich zuletzt sehr intensiv mit dem Gesetzentwurf des Kultusministeriums zur Änderung des Hochschulgesetzes befasst und Ideen eingebracht. Noch im Dezember 2017 soll im Bayerischen Landtag die Änderung beschlossen werden.

Politik machen

Constantin Pittruff, Sprecher der Landes-ASten-Konferenz in Bayern

Was die Studierenden weniger mitbekommen, ist der Einfluss ihrer Vertretung auf die Hochschulpolitik. Oftmals treffen sich AStA und Co. regelmäßig mit der Leitung ihrer Uni, um über ihre Anliegen zu sprechen. Auch mit den jeweiligen Studentenwerken arbeiten sie eng zusammen – zum Beispiel in Mensafragen. Über die einzelnen Fachschaften sind sie auch nah dran an den Studiengängen ihrer Uni.  

Ausnahmeland Bayern

In fast allen deutschen Bundesländern haben die Studierendenschaften einen gesetzlich garantierten Einfluss. Sie sind verfasste Studierendenschaften. Nur in Bayern und Baden-Württemberg wurden die verfassten Studierendenschaften in den 1970ern abgeschafft. Grund war die teils reale, teils nur vermutete RAF-Sympathisanten-Szene in AStA-Kreisen. In Baden-Württemberg hat Rot-Grün verfasste Studierendenschaften 2012 wieder eingeführt. Bayern hat nach wie vor keine verfasste Studierendenschaft. Aber es gibt überall unabhängige Studierendenschaften, die ähnliche Aufgaben übernehmen wie die "echten" Asten.

Finanziert wird die Arbeit von AStA und Co. durch einen kleinen Teil der Semestergebühren. Jeder Studierende ermöglicht also die Studierendenvertretung und kann auch Einfluss auf seine Zusammensetzung nehmen oder sogar selbst mitmachen.

AStA: Nicht überall beliebt

Die Arbeit der Studierendenvertretungen wird natürlich auch kritisch begleitet. Ein Hauptkritikpunkt ist, dass sie nicht ausreichend legitimiert seien, da die Wahlbeteiligungen unter den Studierenden oft nicht sonderlich groß ist. Ein weiteres Problem ist, dass das Personal der Vertretungen oft wechselt. Entsprechend schwierig sind zum einen längerfristige Projekte und zum anderen die Kontrolle über die Verwendung der finanziellen Mittel.

Bundesweite Vernetzung

Die Studierendenvertretungen argieren nicht allein. Auf Landesebene haben sie sich zu Landes-Asten-Konferenzen oder Landes-Studierendenschaften-Konferenzen zusammengeschlossen. Ihre Treffen dienen unter anderem dazu, gemeinsame Forderungen gegenüber der Landesregierung zu formulieren. Auf Bundesebene vertritt der Dachverband fzs, der Freie Zusamenschluss von StudentInnenschaften, 83 Studi-Vertretungen.


5