ARD-alpha - Campus DISKURS

Sind wir heute neugieriger auf die Vergangenheit als auf die Zukunft?

Prof. Dr. Dr. h.c. Aleida Assmann Sind wir heute neugieriger auf die Vergangenheit als auf die Zukunft?

Stand: 19.09.2017

Geschichte hat Hochkonjunktur. Angesichts der umfänglichen Beschäftigung mit der Vergangenheit scheint das Interesse an der Zukunft zu schwinden, der Fortschrittsoptimismus des 20. Jahrhunderts ist weitgehend aufgebraucht. Martin Posselt im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann.

Die Kulturanthropologie erforscht Phänomene wie die Wahrnehmung von Zeit, das kulturelle Gedächtnis und das kollektive Vergessen. Was unterscheidet die empfundene von der physikalischen Zeit? Haben Nationen ein Langzeitgedächtnis? Wie wirkt sich die Globalisierung auf das Geschichtsverständnis aus? Fragen, mit denen sich die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann seit langem beschäftigt.

Themen des Gesprächs 1. Teil

  • Wie unterscheidet sich die Zeitwahrnehmung verschiedener Kulturen?
  • Hat sich die Bewertung von Beschleunigung in den letzten Jahrzehnten verändert?
  • Haben wir heute noch positive Utopien?

Themen des Gesprächs 2. Teil

  • Wie funktioniert das kollektive Gedächtnis?
  • Haben Nationen ein Langzeitgedächtnis?
  • Was können Historiker gegen kollektives Verdrängen tun?

Themen des Gesprächs 3. Teil

  • Ist der Begriff des Fortschritts eine westliche Erfindung?
  • Welche historischen Erfahrungen haben das Europa der Gegenwart geprägt?
  • Warum hegen viele Historiker Vorbehalte gegenüber der sogenannten Erinnerungskultur?

Aleida Assmann lehrt seit 1993 Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Gastprofessuren führten sie unter anderem nach Princeton, Yale und Wien. Aleida Assmann wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Philip-Morris- und dem Max-Planck-Forschungspreis. Im Sommer 2017 erhielt sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem Ägyptologen Jan Assmann, den Premio Balzan, einen der weltweit höchstdotierten Wissenschaftspreise.