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Experimentalfilmerin Susann Maria Hempel

Wie wenn das alte Greiz Susann Maria Hempel rufen würde, so blickt die Experimentalfilmerin in ihren Werken auf die Vergangenheit ihrer Stadt und ihrer Region zurück. Auf Filmfesten im In- und Ausland räumt sie Preise ab.

Von: unicato / Christian Wurzer

Stand: 08.09.2015

Susann Hempel | Bild: Susann Hempel

Susann Maria Hempel wurde 1983 im thüringischen Greiz, also noch zu DDR-Zeiten geboren. 2001 ging sie an die Bauhaus-Universität Weimar und studierte bis 2009 Mediengestaltung, mit Schwerpunkt Kurz- und Experimentalfilm. Als Stipendiatin der Thüringer Kulturstiftung erhielt sie 2012 das „cast&cut“-Kurzfilmstipendium in Hannover. Heute lebt und filmt sie in ihrer Heimatstadt Greiz.

Greiz liegt im Südwesten Thüringens.

Früher war Greiz eine reiche Weberstadt und Residenzstadt des Fürstentums Reuß, das bis 1918 sogar ein eigener Bundesstaat im damaligen Deutschen Reich war. Heute ist Greiz eine Kleinstadt mit rund 21.000 Einwohnern.

Ein Film über das alte Theater der Stadt Greiz war einer ihrer ersten Erfolge als Experimentalfilmerin

In "Der große Gammel" nimmt Susann Maria Hempel Abschied vom alten Theater in Greiz. Susann Maria Hempel verband mit dem alten Theater eine besondere Beziehung. Hier stand sie mit 13 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne. Hier schnupperte sie Theaterluft und konnte nicht mehr davon lassen. Sie entdeckte ihre künstlerische Ader. Das ging so weit, dass sie mit 16 Jahren die Schule abbrach und an das Theater in Jena ging. Ab 1999 wirkte sie als Musikerin, Schauspielerin und künstlerische Mitarbeiterin im Performance- und Künstlerkollektiv „Theaterhaus Weimar“.

Susann Maria Hempel träumte damals davon Schauspielerin zu werden.

Wissensdurst und ihre Liebe zur Musik ließen sie allerdings einen anderen Weg einschlagen. An eine Musikhochschule traute sie sich nicht, allerdings hörte sie, dass der von ihr geschätzte Klangkünstler Robin Minard, Professor für elektroakustische Kompositionen an der Hochschule „Franz Liszt“ in Weimar auch Kurse an der Bauhaus-Universität in Weimar gibt. Daher schrieb sie sich dort, nach bestandener Eignungsprüfung über die Begabtenklausel, im Fachbereich Mediengestaltung ein. Sie besuchte zwar nie eine Veranstaltung von Professor Minard, aber sie entdeckt den Film für sich. Ab jetzt entwickelte sie sich zu einer der erfolgreichsten Experimentalfilmerinnen in Deutschland.

Musik macht sie immer noch, in ihren Filmen. Meist schreibt sie die Musik selbst. Sie singt und spielt Klavier.

Susann Maria Hempel räumte mit ihrem neuesten Film im In- und Ausland kochkarätige Preise ab.

Mit ihrem 18-minütigen Animationsfilm "Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen" gewann sie sieben Preise im In- und Ausland, unter ihnen „Der Deutsche Kurzfilmpreis“ im Jahr 2014 und im Frühjahr 2015 den Grand Prix des Clermont-Ferrand Short Film Festivals, Frankreich.

Im März 2015 lief "Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen" auch auf dem internationalen Festival INDIELISBOA, in Lissabon, Portugal. Hier der Trailer dazu:

Filmographie

  • 2014 Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen. Experimentalfilm. (Seven times a day we bemoan out lot and at night we get up to avoid dreaming)
  • 2013 DER GROSSE GAMMEL. Experimentelle Dokumentation. (The Big Rot)
  • 2012 Wie ist die Welt so stille. Experimenteller Kurzfilm. (The World in Stillnesss Clouded)
  • 2010 DIE FLIEGEN (The Birds II). Experimentalfilm. (The FLIES (The Birds II)
  • 2009 Der Mann, der nicht weinen wollte. Experimenteller Kurzfilm. (The Man Who Didn´t Want To Cry)
  • 2008 Der weinende Dritte. Essay. (The Crying Third) 
  • 2007 película. Experimentalfilm. (película)

Selbst Filmfesttrailer gestaltet Susann Maria Hempel in dem ihr eigenen experimentellen Stil. Hier der offizielle Trailer für das Filmfest Dresden 2015.


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