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Arzt und Hirnforscher Zieglgänsberger, Walter

Prof. Dr. Walter Zieglgänsberger ist Deutschlands bekanntester Schmerzforscher und leitet seit 1984 die Arbeitsgruppe Klinische Neuropharmakologie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Schmerz- und Suchtforschung.

Stand: 12.07.2012 | Archiv

"Nein, das Gehirn macht da eben keine Unterschiede. Wir haben ja immer getrennt zwischen psychischem Schmerz oder psychischen Ursachen und den rein körperlichen Schmerzen und Ursachen. Es ist aber so, dass psychischer Schmerz genauso weh tun kann, und das weiß auch jeder, wenn er seinen Partner verliert oder die Eltern oder gar ein eigenes Kind. Auch Mobbing z. B. ist ein extremer Stress und belastet die Menschen gewaltig. Auf der anderen Seite gibt es ganz klar den körperlichen Schmerz. Aber wir beurteilen das eben anders: Wenn wir die Ursache des körperlichen Schmerzes kennen wie z. B. einen Knochenbruch, dann können wir das erklären. Aber wenn jemand richtig leidet, dass sich seine Herzkranzgefäße zusammenziehen, weil er in einem extremen Stress ist und dann auch in eine extreme Angst geführt wird, dann haben wir das früher immer etwas unterbewertet. Heute wissen wir, dass das genauso gefährlich sein kann und genauso schwierige Folgen nach sich ziehen kann wie körperlicher Schmerz."

Walter Zieglgänsberger

Zur Person

  • Geboren
  • in Landshut
  • Ausbildung
  • 1961–1967 Studium der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Beruf
  • Neuropharmakologe

Funktionen und Ämter

  • Aktuelle Funktion
  • Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Neuropharmakologie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie
  • Ämter/berufliche Stationen
  • 1977–1978 AVD-Center for Behavioral Neurobiology, Salk Institute, La Jolla, California/USA
  • Seit 1983 Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Seit 1984 Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Neuropharmakologie am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München

Erstsendung: 7.4.2011


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