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Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt Journalistik-Projekt "Einsteins"

Crossmedial zu arbeiten, für Fernsehen, Online und Print gleichzeitig – das ist die Aufgabe der Studierenden im „Einsteins“-Projekt. Ein Journalistik-Projekt der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

Von: Christian Wurzer

Stand: 26.10.2013

Jeder, der an der Katholischen Universität in Eichstätt-Ingolstadt Journalistik im 4. Semester studiert, arbeitet an einem „Einsteins“-Projekt. es ist die letzte große Praxisarbeit bevor alle in die Auslandssemester aufbrechen. 2012 gewannen die Studierenden mit dem Thema „Heimat“ den „European Newspaper Award“ in der Studentenkategorie beim größten europäischen Zeitungswettbewerb. Dieses Mal ist „Schwarz – Weiß“ Thema und Motto: Worum geht es inhaltlich dabei, und welche Geschichten lassen sich auch crossmedial umsetzen?

"Wirklich zu suchen, wie man ein Thema unterschiedlich in den drei Medien macht, das war schon mal ganz schön kompliziert, und gleichzeitig an den Projekten zu arbeiten, das ist dann auch ein Zeitaufwand… Man muss überlegen, wo mach ich was und was bau ich ein. Aber letztendlich hat es riesen Spaß gemacht, weil man die Möglichkeit hatte, ein Thema einmal komplett auszuschöpfen."

Sophia Schirmer, Chefin vom Dienst Print

Schnell wurde den Studierenden klar, dass multimediales Arbeiten nicht bedeutet, immer die gleiche Geschichte zu erzählen. Für jedes Medium suchten sie einen eigenen Zugang. Nicht so einfach, denn was für die Gestaltung einer Zeitung wichtig ist, gilt nicht unbedingt fürs Internet oder Fernsehen.

Themen crossmedial denken, heißt Themen interaktiv denken

"Du musst die langen Sätze abstreifen, die großen Blöcke, Du musst dich ganz ganz kurz fassen, weil der User nicht viel Zeit hat, um sich alles durchzulesen. Der will im Prinzip direkt loslegen und klicken, und darauf musst Du dich einstellen."

Sebastian Driemer, Chef vom Dienst Online

Als Online-CvD musste Sebastian Driemer sich auch darum kümmern, dass das Layout stimmt, was ihn nicht aber davon abhielt, selbst Filmbeiträge für die Internetseite zu produzieren.

"Du musst interaktiver denken, das heißt, Du hast ganz viele Möglichkeiten, nicht nur über Bild und Text. Du hast ein Format, auf dem die Leute auf was klicken können und daraus ergeben sich ganz viele Dinge."

Sebastian Driemer

Während die Onliner noch über Text und Schriftgrößen diskutierten, probten andere im Studio Kamerapositionen für die Moderationen. Keiner der Studierenden arbeitete nur für ein Medium. Auch das Design musste für jede Ausgabe von „Einsteins“ von ihnen selbst entwickelt werden. Das stellte Anforderungen an die Graphiker aller Medien. 

"Wir hatten vor allem riesige Probleme mit der Farbe, da ist TV immer besonders anspruchsvoll, weil es da ums Ausleuchten geht. Und da ist eben die Frage: Kann diese Farbe gut ausgeleuchtet werden? Passt die Farbe zur Moderatorin? Passt sie zur Studio-Deko?"

Gerrit Kubicki, Chef Design

Crossmedialer Journalismus bedeutet Teamrecherche und medienreine Produktion

Einsteins Studio

Die Dozenten gaben „Schwarz – Weiß“ als Thema vor. Die Einzelthemen mussten die Studierenden selbst finden. Einzige Vorgabe: Sie sollten in allen Medien umsetzbar sein. Die 48 Studierenden bildeten für die Recherche Gruppen. Jede der Gruppen entwickelte ein crossmediales Konzept für die Umsetzung ihres Themas. Zum Produzieren teilten sich die Gruppen dann auf: Die einen schrieben, andere programmierten, wieder andere filmten. „Schwarz – Weiß“: Dabei entstanden Geschichten wie die von Matteo, einem adoptieren Jungen aus Haiti.

Alles machten die Studierenden selbst: Kamera, Schnitt, Moderation, selbst die Maske im hochschuleigenen Medienhaus. Aufgezeichnet wurde im fakultätseigenen Fernsehstudio unter Begleitung der Dozenten. Die einstündige Sendung wird beim Aus- und Fortbildungskanal afk in München ausgestrahlt. Auch die Zeitung ist fertig: rund 100 Seiten in einer Auflage von 1700 Stück und bestellbar über die Internetseite. Matteos Geschichte und alle anderen Themen des Projekts „Schwarz – Weiß“ sind auch auf den Internetseiten von „Einsteins“ aufbereitet: Menschen und ihre Geschichten, Kultur und Livestyle, Wissen, Musik und Medien.

Auf die multimediale Zukunft sind die Journalistik-Studierenden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt gut vorbereitet: Sie lernen während ihrer Ausbildung, crossmedial zu denken und zu arbeiten.


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