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Orte des Erinnerns Das Institut Marie Curie in Paris

Im Herzen des Quartier Latin in Paris befindet sich das Institut Curie. Seinen Namen verdankt es seinen Gründern, Marie und Pierre Curie, die hier das Radium erforschten und die Radiotherapie, die Bestrahlung, als Methode zur Behandlung von Krebs entwickelten. Der Film porträtiert die Entwicklung des Instituts und seine heutige Rolle in der Krebsforschung.

Von: Quelle: Hervé Pernot und Jean-Louis Cros, CNDP - Frankreich

Stand: 08.06.2009 | Archiv

Vorlesung von Marie Curie am Radium-Institut in Paris | Bild: picture-alliance/dpa

Auf dem linken Seine-Ufer in Paris, genauer gesagt, an der Ecke der Rue Pierre et Marie Curie und der Rue d’Ulm, wurden ab 1909 die Pavillons des Instituts Curie errichtet. Auch heute, ein Jahrhundert später, stehen sie noch dort. Inzwischen arbeiten hier 2000 Wissenschaftler aus allen Ländern der Welt; noch immer eint sie dasselbe Ziel: der Kampf gegen den Krebs: Sie sind Ärzte, Physiker, Genetiker; unter ihnen einige Nobelpreisträger. Jeder von ihnen hat sein Spezialgebiet, aber sie arbeiten alle für dasselbe Ideal, am selben Ort - am Institut Curie.

"Das Institut Curie ist ein ganz besonderer Ort; eine Mischung aus Hoffnung und Leid. Man leidet immer, wenn man hierher kommt. Es ist eine schwierige Zeit; die Behandlungen sind anstrengend und schwer zu ertragen. Man braucht viel Mut, aber gleichzeitig ist das Institut auch ein Ort großer Hoffnung."

(ein an Krebs erkrankter Patient)

Das Institut Curie ist kein Krankenhaus wie andere, hier wird nur eine Krankheit behandelt - Krebs. Die Zahl der Therapien ist eindrucksvoll: Für jeden Tumor gibt es eine spezielle Behandlungsmethode, für jedes befallene Organ eine eigene Therapie. Auch die so genannte Curie-Therapie gehört dazu.

Die Curie-Therapie

Das Prinzip ist einfach: Radiumstrahlen haben die Eigenschaft, lebende Zellen - ob von Krebs befallen oder nicht - zu verbrennen. Im Verlauf der Heilung erholen sich allerdings nur die gesunden Zellen. Die Curie-Therapie ist eine Bestrahlungsmethode. Dabei werden radioaktive Quellen direkt mit Tumoren in Kontakt gebracht oder sogar in Tumore implantiert. Diese radioaktiven Quellen können Drähte sein, wie z.B. bei Iridium 192 oder noch kleinere Quellen, in der Größenordnung von 4 mm Länge und weniger als einen Millimeter Durchmesser, zum Beispiel Röhrchen mit Jod 125 wie die, die gegenwärtig bei Prostata-Krebs direkt implantiert werden. Das ist die Erfindung der Curie-Therapie.

Im Gegensatz zur Curie-Therapie: Die klassische Bestrahlungstherapie

Im Gegensatz zur Curie-Therapie wird der Patient bei der externen Bestrahlung - wie der Name schon sagt - äußerlich bestrahlt. Normalerweise sind die radioaktiven Quellen, also die Strahlen, einen Meter vom Patienten entfernt. Der Tumor wird mit riesigen Apparaten bestrahlt, die sich um den Patienten herum drehen; es wird genau und nur auf den Tumor gezielt. Der Tumor soll so exakt wie möglich bestrahlt werden, damit das gesunde Gewebe, das geschützt werden muss, möglichst wenig geschädigt wird.

Marie Curie | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Forschungsgeschichte Das Curie-Museum - ehemals das Labor der Erfindungen

Die Curie-Therapie, die heute auf der ganzen Welt praktiziert wird, hat ihren Namen natürlich von Pierre und Marie Curie. Sie wurde einige Meter vom Krankenhaus entfernt, erfunden - heute das Curie-Museum. [mehr]


zum Artikel Von Paris nach Orsay Der Umzug in das Tal von Chevreuse

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Orte des Erinnerns,  Impfen gegen Krebs | Bild: Bayerischer Rundfunk zum Video Chancen durch Impfen Mit dendritischen Zellen gegen Krebs

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Orte des Erinnerns, Sergio Roman-Roman | Bild: Bayerischer Rundfunk zum Video Bis heute Hand in Hand Marie Curies "Translatorische Forschung"

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