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Geschichte Philips Eine Fabrik für Glühbirnen

Angefangen hat es mit Licht, mit künstlichem Licht. 1891 errichtete Gerard Philips in Eindhoven eine Fabrik für Glühbirnen. Sein Bruder Anton war verantwortlich für den Verkauf. Das Unternehmen wuchs schnell und war bald der größte private Arbeitgeber in den Niederlanden.

Von: Quelle: Erik Heuvelink, TeleacNOT - Niederlande

Stand: 03.08.2010 | Archiv

Die beiden Brüder machten sich daran, bessere Glühbirnen herzustellen als die Konkurrenz.

Die Gründung eines eigenen, technisch gut ausgestatteten Forschungslabors war der Schlüssel: Wissenschaftler erhielten dort die Möglichkeit, Grundlagenforschung zu betreiben und auf diesem Weg Patente zu erwerben. Der Besitz von Patentrechten bedeutete wirtschaftlichen Einfluss. Mit der Gründung des Forschungslabors begann der technologische Aufschwung innerhalb des Unternehmens; das NatLab wurde eines der größten Forschungslabore weltweit.

Als Wissenschaftler konzentrierte sich Gerard Philips auf Technik und Forschung, während (sein Bruder) Anton sich mehr für die Geschäfte und den Vertrieb der Produkte interessierte. Wollten sie gegen die Konkurrenz bestehen, so mussten sie wissenschaftliche Forschung und industrielle Vermarktung, zwei völlig unterschiedliche Bereiche, aufeinander abstimmen.

Wachstum einer Forschungstradition -die Gründung des NatLab

Die Geschichte des NatLab beginnt am 1. Januar 1914, als Gillus Holst zum ersten Geschäftsführer ernannt wird. Im Jahr zuvor war im Rotterdam Courant eine Anzeige erschienen: “Philips sucht promovierten Wissenschaftler. Das war für die damalige Zeit ziemlich Aufsehen erregend, da man in der Industrie bis dahin noch nicht mit Wissenschaftlern zusammenarbeitete.

Als 1923 das neue NatLab bezogen wurde, versuchte Holst, akademische Kultur in sein Labor zu holen; zum Beispiel lud er Wissenschaftler ein, die sich einen Ruf an der Universität erworben hatten.

Einstein wurde eingeladen, hier ein Kolloquium abzuhalten. Er sprach über Quantenphysik, also über den Bereich, in dem er zwei Jahre zuvor den Nobelpreis erhalten hatte. Besuche von Wissenschaftlern wie Einstein, die hier eine Vorlesung hielten, animierten andere Forscher, für Philips zu arbeiten. Das hatte also eine unmittelbare Auswirkung, berichtet Dr. Kees Boersma, Senior Dozent, Fakultät für Sozialwissenschaften, die Entstehung des weltbekannten NatLab aus einer Perspektive mit sozialwissescnahftlichen, geschichtlichen Hintergrund.


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