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Glücklich nach Plan Was bringt die Glücksforschung?

Glück, darauf zielt letztlich alles Streben nach Geld, Macht und Prestige ab. Was ist das für ein Gut, das in der Rangordnung westlicher Wertvorstellungen ganz oben steht?

Stand: 28.02.2018

Die Frage nach dem richtigen, guten, erfüllten Leben hat Hochkonjunktur: Ratgeberliteratur, Coaching und Wellnessangebote boomen - offenbar reagieren sie auf ein wachsendes Bedürfnis vieler Menschen, nicht mehr nur ihre Fähigkeiten und Leistung zu optimieren, sondern ihr Glück. Zugleich geistert der Begriff Glücksforschung durch die Medienlandschaft. Glücksexperten kommen dabei aus so unterschiedlichen Disziplinen wie den Wirtschaftswissenschaften, der Soziologie oder Psychologie. Der gemeinsame Nenner ist die Suche danach, was das individuelle Glück fördert, und was es behindert?

Campus DOKU beleuchtet Aspekte des Glücks am Beispiel mehrerer Protagonisten mit jeweils eigenen Herausforderungen: Danyela ist von Geburt an blind und hat alle Hürden eines Englisch-Literaturstudiums gemeistert. Sie promoviert mit einem Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung und gibt Literaturkurse an der Universität Augsburg. Einen Zugang zum Glück findet Danyela sowohl als Lehrende wie auch als Lernende.

Christian ist eigentlich immer gut drauf, ein junger Mann mit Job und Freundin, der heute fest im Leben steht. Doch vor wenigen Jahren sah das ganz anders aus. Weil seine Eltern nicht mehr klar kamen mit ihm, landete Christian mit knapp vierzehn in einem Kinderheim und musste sich ohne die Eltern zurechtfinden.

Der gelernte Konditor Thomas schließlich war weder von den sozialen Voraussetzung noch von der Veranlagung her mit außergewöhnlichen Bedingungen konfrontiert. Doch im Auf und Ab des Lebens begibt er sich immer wieder neu auf die Suche nach dem Glück. Dabei hat er gelernt, dass seine Sicht auf die Dinge mehr verändert als das Leben selbst. Früher oft unzufrieden nimmt Thomas sein Glück heute intensiv wahr, etwa wenn er zusammen mit seinen Kindern etwas unternimmt und alle ganz in dem aufgehen, was sie gerade tun.

Wissenschaftler betreiben Glücksforschung in ganz unterschiedlichen Disziplinen. Ihr gemeinsamer Nenner ist die Suche danach, was das individuelle Glück fördert, und was es behindert. Macht Geld eigentlich glücklich? Und wenn ja, bis zu welchem Grad? Darauf antwortet Karlheinz Ruckriegel, Wirtschaftswissenschaftler an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg. Er erklärt über das Modell der "Hedonistischen Tretmühle", warum wir auch dann noch weiter arbeiten, wenn wir eigentlich schon genug haben. Die Psychologin Sabine Walper erforscht unter dem Begriff Resilienz, welche Grundbedingungen Kinder und Jugendliche brauchen, um sich überhaupt glücklich entwickeln können. Und den engen Zusammenhang zwischen Lernen und Glück untersucht der Hirnforscher und Psychiater Manfred Spitzer.

Die Erkenntnisse der modernen Glücksforschung zielen auf praktische Anwendung. Sie zeigen: Selbsterkenntnis und Verhaltensänderung sind mögliche Wege, das Glück zu steigern - für den Einzelnen aber auch in der Gesellschaft.


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