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Universitätsmedizin Erlangen Zelltherapie bei bösartigen Erkrankungen

Bis 2030 soll die Zahl der Krebsneuerkrankungen auf 21,6 Millionen steigen - gegenüber 14 Millionen im Jahr 2012. Wissenschaftler forschen deshalb intensiv u.a. an geeigneten Zelltherapien.

Von: Anette Kolb

Stand: 11.12.2014

Die gegenwärtig am häufigsten angewendete Zelltherapie ist die Übertragung von Blutstammzellen im Rahmen einer Knochenmarktransplantation, vor allem bei verschiedenen Leukämien oder Lymphdrüsenkrebs. Oft ist diese Stammzelltransplantation für die Patienten die einzige Chance auf Heilung. Ein geeigneter Spender muss vor allem die gleichen Gewebemerkmale, sog. HLA-Merkmale, auf der Oberfläche der Körperzellen aufweisen.

Mittlerweile sind weltweit über 20 mio HLA-typisierte Menschen in Knochenmarkspenderdateien erfasst, so dass für ca. 70-80 Prozent der Patienten passende Spender gefunden werden können. Alternativ werden Blutstammzellen heute auch aus Nabelschnurblut oder von haploidenten Spendern gewonnen, bei denen allerdings der HLA-Typ von Spender und Empfänger nur zur Hälfte übereinstimmt. Hier beschäftigt sich die Forschung intensiv damit, mit speziellen Verfahren die Transplantate so aufzubereiten, dass Abstoßungsreaktionen vermindert werden.

Noch nicht Standard sind Therapieansätze mit Immunzellen, z.B. Killer-T-Lymphozyten. Sie werden außerhalb des Körpers manipuliert, damit sie Tumore angreifen können. Neueste Studien, allerdings mit wenigen Patienten, zeigen tendenziell positive Ergebnisse. Ob der Nutzen einer solchen Therapie die möglichen Risiken überwiegt, muss sich in langfristigen Studien mit größeren Patientenzahlen zeigen.

Gliederung

  • Krebserkrankungen:
  • Überblick
  • Entwicklungen in der Tumortherapie:
  • Stammzell-Transplantation
  • Zelluläre Immuntherapie Fallbeispiel

Prof. Dr. med. Andreas Mackensen

Andreas Mackensen ist Direktor der Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie am Universitätsklinikum Erlangen. Mit seiner Arbeitsgruppe widmet er sich der Erforschung neuer Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen. Schwerpunkt seiner Forschung ist es, die zelluläre Immuntherapie für Tumorpatienten weiterzuentwickeln.

Sendereihe „Universitätsmedizin Erlangen“

Die Forschungsstiftung Medizin am Universitätsklinikum Erlangen fördert Wissenschaft und Forschung sowie Aus- und Weiterbildung. Sie unterstützt das öffentliche Gesundheitswesen und die Versorgung bedürftiger Patienten. Mit ihrer Vortragsreihe „Neues aus der Universitätsmedizin in Erlangen“ informiert sie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Forschungsergebnisse.
Als besonderen Online-Service bietet alpha-Campus hier die vollständige Langfassung des Vortrags, der im Fernsehen in einer gekürzten 30-min-Fassung zu sehen ist.


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