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Universitätsmedizin Erlangen Gelenkersatz – wann sollte man operieren?

Der arthrotische Gelenkverschleiß, kann unterschiedliche Ursachen haben und in verschiedenen Formen auftreten. Therapien können den Schmerz lindern oder den Krankheitsprozess aufhalten, in fortgeschrittenen Stadien kann eine Operation erforderlich werden.

Von: Anette Kolb

Stand: 08.01.2015

Operationen werden sowohl durchgeführt, um das erkrankte Gelenk zu erhalten als auch, um es zu ersetzen. Eine Methode, die zur Diagnose und zur Therapie eingesetzt wird, ist die so genannte Arthroskopie, die Gelenkspiegelung. Dabei wird abgeriebenes Knorpelmaterial aus dem Gelenk gespült, noch vorhandener Knorpel kann geglättet und der angegriffene Knochen so bearbeitet werden, dass aus dem Knochenmark Stammzellen einwandern und eine Art Ersatzknorpel bilden.

Eine weitere Möglichkeit, Knorpel zumindest vorübergehend zu ersetzen, ist die Knorpelzelltransplantation aus im Labor gezüchteten Zellen. Bei jüngeren Erwachsenen lassen sich erkennbare Fehlstellungen, z.B. der Hüfte, im frühen Stadium soweit korrigieren, dass der Gelenkersatz noch um einige Jahre hinausgezögert werden kann. Wenn der Gelenkknorpel allerdings vollständig abgerieben ist, hilft häufig nur eine gelenkersetzende Operation, um die Schmerzen zu lindern und das Gelenk wieder beweglich zu machen.

Am häufigsten werden die Endoprothesen an Knie und Hüfte eingesetzt - dabei werden zementfreie wie auch zementhaltige Verfahren angewandt. Nach gegenwärtigem Stand der Technik sind nach 15 Jahren mehr als 90% der Endoprothesen noch intakt. Der ideale OP-Zeitpunkt ist schwer zu bestimmen. Nur wenn etwa die Knochenbasis bereits zerstört ist oder Schmerzmittel starke Nebenwirkungen verursachen, sollte schnell operiert werden.

Gliederung

  • Arthrose – Grundlagen
  • Konservative und operative Therapien
  • Künstlicher Gelenkersatz
  • OP-Zeitpunkt und –planung
  • Fachübergreifende Behandlung

PD Dr. med. Kolja Gelse

Kolja Gelse ist Oberarzt der Unfallchirurgischen Abteilung am Universitätsklinikum Erlangen. Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Arthroseforschung. 2012 wurde er für seine Habilitationsschrift zu „Zellulären und molekularen Therapieansätzen bei Knorpeldefekten und Arthrose“ ausgezeichnet.

Sendereihe „Universitätsmedizin Erlangen“

Die Forschungsstiftung Medizin am Universitätsklinikum Erlangen fördert Wissenschaft und Forschung sowie Aus- und Weiterbildung. Sie unterstützt das öffentliche Gesundheitswesen und die Versorgung bedürftiger Patienten. Mit ihrer Vortragsreihe „Neues aus der Universitätsmedizin in Erlangen“ informiert sie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Forschungsergebnisse.
Als besonderen Online-Service bietet alpha-Campus hier die vollständige Langfassung des Vortrags, der im Fernsehen in einer gekürzten 30-min-Fassung zu sehen ist.


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