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Universitätsmedizin Erlangen Alkoholprobleme erkennen und behandeln

Über 14.000 Deutsche starben 2012 an den Folgen von Alkoholismus. Rund 1,3 Millionen gelten als alkoholabhängig – dabei trinken Männer laut Weltgesundheitsorganisation doppelt so viel wie Frauen.

Von: Anette Kolb

Stand: 09.05.2015

Wie lange bleibt es beim „schädlichen Gebrauch“ und ab wann beginnt die Abhängigkeit?  Für die Betroffenen, aber auch für Angehörige und Freunde ist das häufig nicht eindeutig  erkennbar. Der „CAGE“-Fragebogen kann Hinweise liefern. Wer mindestens zwei Fragen mit ja beantwortet, ist vermutlich alkoholabhängig.

  • Cut down: Hatten Sie schon einmal das Gefühl gehabt, Sie müssten Ihren Alkoholkonsum einschränken?
  • Annoyed by critiscism: Haben Sie sich über die Kritik anderer Personen an Ihrem Alkoholkonsum geärgert?
  • Guilt: Hatten Sie jemals Gewissensbisse wegen Ihres Trinkverhaltens?
  • Eye opener: Brauchen Sie morgens Alkohol, um leistungsfähig zu werden?

Seit 1952 erkennt die Weltgesundheitsorganisation Alkoholismus als Krankheit an. Alkohol schädigt nicht nur Leber und Nervensystem, Alkoholismus gilt auch als Risikofaktor für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Dazu kommt häufig die soziale Isolation, denn Süchtige ordnen Freundschaften, Job und Ehe dem Zwang zu trinken unter. Wer vom Alkohol loskommen will, hat bei einem Entzug und einer stationären Entwöhnungstherapie über vier bis sechs Monate die besten Chancen. Die Erfolgsrate liegt bei 50 Prozent.

Prof. Dr. med. Johannes Kornhuber

Prof. Dr. med. Johannes Kornhuber ist Lehrstuhlinhaber und Professor für Psychiatrie und Psychotherapie und Direktor der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg. Er beschäftigt sich mit den biologischen Grundlagen von Depressionen, Schizophrenien, Suchterkrankungen sowie demenziellen Störungen und hat neue Wirkmechanismen von Psychopharmaka erforscht.

Sendereihe „Universitätsmedizin Erlangen“

Die Forschungsstiftung Medizin am Universitätsklinikum Erlangen fördert Wissenschaft und Forschung sowie Aus- und Weiterbildung. Sie unterstützt das öffentliche Gesundheitswesen und die Versorgung bedürftiger Patienten. Mit ihrer Vortragsreihe „Neues aus der Universitätsmedizin in Erlangen“ informiert sie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Forschungsergebnisse.
Als besonderen Online-Service bietet alpha-Campus hier die vollständige Langfassung des Vortrags, der im Fernsehen in einer gekürzten 30-min-Fassung zu sehen ist.


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