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Deutscher Historikertag 2014 Das Heroische und die Moderne

Helden spielen seit dem Altertum eine wichtige Rolle. Sie leisten Übermenschliches oder beweisen Gewalt- und Opferbereitschaft. Heute zeichnen sich die „Helden des Alltags“ durch Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft aus.

Von: Anette Kolb

Stand: 16.11.2014

Menschen identifizieren sich mit Helden oder finden in ihnen Tugenden, die sie sich selbst wünschen. Aber was ist ein Held? Das Heldenbild hat sich in der Moderne gewandelt. So werden in den beiden Weltkriegen nicht mehr nur einzelne Soldaten mit besonderen Verdiensten als Helden hervorgehoben, sondern der Begriff Held wird auf alle Gefallenen angewendet. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 werden in den USA die Anschlagsopfer und die Feuerwehrleute als Helden bezeichnet. Als Helden gelten heute also diejenigen, die Zivilcourage zeigen. Die Medien kennen andere Helden: Sie bringen Identifikationsfiguren wie etwa James Bond oder Popstars beiderlei Geschlechts hervor, die zu Idolen stilisiert werden.
Diese Diskussionsrunde steht unter der leitenden Frage: Welche Aufweichungen, Umdeutungen und auch Verfallsprozesse hat der Heldenbegriff erfahren und wo liegen die politischen und kulturellen Gründe dafür?

Moderatoren: Dr. Christoph Classen, Dr. Maja Bächler Diskussion: Prof. Reemtsma, Prof. Dr. Ute Frevert, Prof. Dr. Herfried Münkler

Es diskutieren: Prof. Dr. Ute Frevert (Max Planck Institut für Bildungsforschung, Berlin), Prof. Dr. Jan-Philipp Reemtsma (Institut für Sozialforschung, Hamburg) und Prof. Dr. Herfried Münkler (Humboldt Universität, Berlin). Die Moderation haben Dr. Maja Bächler (Berlin) und Dr. Christoph Classen (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam).

Die Referenten:

Ute Frevert ist Historikerin und Direktorin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Ihre Forschungsinteressen liegen in den Themenbereichen Sozial-, Kultur- und Politikgeschichte der Moderne, Emotionsgeschichte und Geschlechtergeschichte.
Jan-Philipp Reemtsma studierte Germanistik und Philosophie. 1984 gründete er das Hamburger Institut für Sozialforschung und ist seitdem als dessen Vorstand tätig. Er beschäftigt sich mit Literatur des 18. und 20. Jahrhunderts, Zivilisationstheorie und Geschichte der menschlichen Destruktivität.
Herfried Münkler lehrt als Professor Theorie der Politik an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er ist Autor zahlreicher Publikation u.a. zu Krieg, Macht und Gefahr.

Sendereihe „Deutscher Historikertag Göttingen 2014“

Alle zwei Jahre treffen sich an wechselnden Orten Wissenschaftler, Studierende und Geschichtspädagogen zum Deutschen Historikertag, einem der größten geisteswissenschaftlichen Kongresse Europas. Veranstalter ist der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) in Kooperation mit dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands.
Als besonderen Online-Service bietet alpha-Campus hier die vollständige Langfassung der Diskussion, die im Fernsehen in einer gekürzten 30-min-Fassung zu sehen ist.


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