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Deutscher Historikertag 2014 Gewalt im 20. Jahrhundert

Gewalt hat in der Geschichte im Zusammenhang mit Krieg, Genozid und Terrorismus immer eine Rolle gespielt. Erreichte die Gewalt im 20. Jahrhundert einen Höhepunkt?

Von: Anette Kolb

Stand: 29.11.2014

Militärisch ausgetragene Konflikte bis hin zum „Totalen Krieg“, Vertreibung und Massenmord, Staatsterror und Revolution ziehen sich durch die Geschichte Europas des vergangenen Jahrhunderts. Wie Gewaltprozesse entstehen und sich entwickeln oder was Gewalt mit Menschen macht, interessiert nicht nur Soziologen, sondern zunehmend auch Historiker.

Gewalt tritt in Diktaturen und Demokratien auf, oft über lange Zeiträume und über nationale und kulturelle Grenzen hinweg. Womit müsste sich eine Analyse der Gewalt in der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts beschäftigen: mit Voraussetzungen und Folgen von Gewalt oder mit konkreten Personen, die Gewalt ausüben oder erleiden? Lassen sich Zusammenhänge erkennen, z.B. zwischen dem NS-Terror und den stalinistischen Gewalttaten? Bringt ein vergleichender Blick auf Gewalt in Europa tatsächlich neue Erkenntnisse? Die Wissenschaftler diskutieren über Definitionen des Begriffs, über Gewalt als Forschungsgegenstand der Geschichtswissenschaft und darüber, ob und wie eine europäische Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts geschrieben werden könnte.

Es diskutieren:

Prof. Dr. Jörg Baberowski (Humboldt Universität Berlin), Prof. Dr. Michael Riekenberg (Universität Leipzig), PD Dr. Felix Schnell (Humboldt-Universität Berlin / Moderation), Prof. Dr. Ulrich Herbert (Universität Freiburg) und Prof. Dr. Wolfgang Knöbl (Universität Göttingen).

Die Referenten:

Jörg Baberowski ist Professor für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität Berlin. Er gilt als Experte für die Geschichte des Stalinismus.
Michael Riekenberg lehrt als Professor für Vergleichende Geschichtswissenschaft/Ibero-Amerikanische Geschichte an der Universität Leipzig. Er beschäftigt sich u.a. mit Erscheinungsweisen und Bedeutungen kollektiver physischer Gewalttaten und mit der Theorie der Gewalt.
Ulrich Herbert hat an der Universität Freiburg den Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte inne. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur deutschen Geschichte, insbesondere zum Nationalsozialismus und zur Migration im 20. Jahrhundert.
Wolfgang Knöbl ist Professor für Soziologie an der Universität Göttingen. Seine Forschungsinteressen liegen u.a. im Feld international vergleichender Makrosoziologie und politischer und historischer Soziologie. Er hat Schriften zu Krieg und Macht veröffentlicht.

Sendereihe „Deutscher Historikertag Göttingen 2014“

Alle zwei Jahre treffen sich an wechselnden Orten Wissenschaftler, Studierende und Geschichtspädagogen zum Deutschen Historikertag, einem der größten geisteswissenschaftlichen Kongresse Europas. Veranstalter ist der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) in Kooperation mit dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands.


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