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Münchner Wissenschaftstage 2016 Wem gehört das Wasser?

Die Wolken, die Luft, das Wasser haben keinen Eigentümer. Oder etwa doch?

Stand: 05.06.2017

Wasser existiert auf der Erde seit etwa vier Milliarden Jahren. Der Grund für seinen Erhalt sind die selbstregulativen Kräfte “des Lebens”. Wird die natürliche Selbstregulation ausgehebelt, gibt es auf Dauer kein Süßwasser mehr.
Der Biophysiker James Lovelock entwickelte Mitte der 1960er Jahre eine aufregende Hypothese: Die Erde kann wie ein Lebewesen betrachtet werden, die Erdoberfläche bildet ein dynamisches System. Für die Fauna und Flora wird davon ausgegangen, dass sich Lebewesen insbesondere durch die Fähigkeit zur Selbstorganisation auszeichnen.
Lovelocks Überlegungen werden bis heute beachtet. Sie sind unter der Bezeichnung Gaia-Hypothese in den wissenschaftlichen Diskurs eingegangen. Der Name Gaia leitet sich von Gaia, der Großen Mutter in der griechischen Mythologie ab.
Professor Wilderer denkt ähnlich: Das Wasser kann von niemandem besessen werden, da es Eigentum der Erde ist und lediglich als Leihgabe an alle Lebewesen betrachtet werden muss. Wilderer ist davon überzeugt, dass die Dynamik des Lebens nur dann erhalten werden kann, wenn die dominierende Spezies auf diesem Planeten ein von verantwortungsvollen Grundsätzen bestimmtes Handeln an den Tag legt, um das Eigentum der Erde zu bewahren.

Gliederung

  • Rechtliche Dimension
  • Wasser als Almende
  • Das Südost-Anatolien-Projekt
  • Das Empathie-Mangel-Problem
  • Wasser - das rare Gut
  • Wasser - das lebenserhaltende Gut
  • Woher kommt unser Wasser?
  • Biotische Regulation
  • Fehlervermeidung

Der Referent

Prof. Dr. Peter Wilderer gilt als einer der führenden Experten Deutschlands auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft. Als erster deutscher Wissenschaftler erhielt er 2003 den Stockholmer Wasserpreis. Seine Forschungsinteressen reichen von innovativen Verfahren zur Wassergewinnung und Abwasserverwertung über die Ökologie mikrobieller Systeme bis hin zur Wertstoffgewinnung aus Abwasser und Abfällen.

Die Sendereihe

Die Münchner Wissenschaftstage sind eine viertägige Großveranstaltung mit dem Ziel, umfassend über aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen zu informieren, zum Nachdenken und Nachfragen anzuregen und die Urteilsfähigkeit der Bevölkerung zu schärfen. Die Vorträge werden inhaltlich getragen von den Münchner Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und forschungsintensiven Unternehmen. Das Motto der 16. Münchner Wissenschaftstage war  "Wasser - Ressource des Lebens". Sie fanden vom 12. bis 15. November 2016 statt.


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