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Münchner Wissenschaftstage 2016 Die Revolution der Meeresnacktschnecken

Mitten im globalen Massenaussterben der Arten bleibt nur die Inventur tausender Spezies - Biodiversität im Museum?

Stand: 18.08.2017

Weltweit wurden bisher gut 1,5 Millionen Tierarten beschrieben, 20.000 neue Spezies kommen pro Jahr hinzu. Bis zu 20 Millionen weitere, noch unbekannte Arten werden vermutet. Doch diese sterben mit rapide zunehmender Geschwindigkeit aus, bevor sie entdeckt werden können, denn der Klimawandel schreitet immer schneller voran. Im Meer kommt zur Zerstörung von Lebensräumen durch Verschmutzung und Erwärmung noch die Versauerung dazu. Korallenriffe und ihre Bewohner sterben großräumig ab; selbst wenn die strengen Klimaschutzvorschriften nach dem Pariser Abkommen erfüllt werden, würden nur etwa zwei Prozent der tropischen Korallenriffe dieses Jahrhundert überleben.
Wir befinden uns im sechsten katastrophalen Massenaussterben der Erdgeschichte – ohne dass diese Biodiversitätskrise bisher die Öffentlichkeit oder die Politik sonderlich berühren würde. Der Artenschwund ist ein heimliches, massives Sterben des irdischen Lebens, des naturhistorischen Erbes, ein enormes Risiko für die Menschheit, der irreparable und damit wohl schlimmste Aspekt des globalen Wandels. Wir brauchen eine umfassende Bioinventur des Planeten.

Gliederung

  • Vielfalt der Weichtiere in Raum und Zeit
  • Zoologische Staatssammlung München
  • Diversität von Sand-Schnecken
  • Tropische Korallenriffe
  • Die Gefährdungen für Korallenriffe
  • Meeresnacktschnecken in der Antarktis
  • Globales Massensterben
  • Eine umfassende Bioinventur

Der Referent

Der Zoologe Prof. Dr. Michael Schrödl, Hauptkonservator an der Zoologischen Staatssammlung München, erforscht die Artenvielfalt und Evolution von Weichtieren und leitet eine der herausragenden Molluskensammlungen der Welt. Sein besonderes Forschungsinteresse liegt auf den teils prächtigen Meeresnacktschnecken, die er in allen Ozeanen aufspürt und mit modernen bildgebenden und molekulargenetischen Verfahren studiert. Sein Team hat viele neue Arten beschrieben.

Die Sendereihe

Die Münchner Wissenschaftstage sind eine viertägige Großveranstaltung mit dem Ziel, umfassend über aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen zu informieren, zum Nachdenken und Nachfragen anzuregen und die Urteilsfähigkeit der Bevölkerung zu schärfen. Die Vorträge werden inhaltlich getragen von den Münchner Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und forschungsintensiven Unternehmen. Das Motto der 16. Münchner Wissenschaftstage war  "Wasser - Ressource des Lebens". Sie fanden vom 12. bis 15. November 2016 statt.


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