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Münchner Wissenschaftstage 2016 Piraten, Packeis und Monsterwellen

Die Satelliten-Überwachung der Ozeane zeigt Gefahren auf dem Wasser

Stand: 11.07.2017

Überfluteter Higashi-Matsushima-Flughafen bei Sendai, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR,   12. März 2011 | Bild: picture-alliance/dpa

Für die Fernerkundung werden heute Satelliten genutzt, die die Erde in über 500 Kilometern Höhe umkreisen. Aus den Aufnahmen kann man die Rauigkeit der Ozeanoberfläche und damit die Windgeschwindigkeit ableiten, aber auch die Länge und Höhe von Wellen messen. Mit Radarwellen kann man bei Tag und Nacht durch Wolken hindurch Bilder aufnehmen – ein wichtiger Aspekt, wenn es um die kontinuierliche Beobachtung der Ozeane geht.
Die gewonnenen Wind- und Wellen-Daten gehen in Wetter- und Seegangvorhersagemodelle ein, um z.B. Schifffahrtsrouten oder Windparks optimal zu planen. Weil die Satelliten ständig die Erde umkreisen, können aus diesem großen Datenschatz aber auch seltene Ereignisse wie Monsterwellen aufgespürt und deren Häufigkeit abgeschätzt werden. Ebenfalls gut sichtbar sind Ölverschmutzungen. Damit können Schiffe oder Bohrinseln, die Öl ablassen, aufgespürt werden. Radarbilder des Meereises schließlich zeigen das Ausmaß der arktischen Eisbedeckung und weisen Schiffen den Weg durchs Eis, z.B. in den jetzt wegen des Klimawandels vermehrt passierbaren Nordost- und Nordwest-Passagen.

Gliederung

  • Gefahren auf See
  • Extrem-Ereignisse in der Deutschen Bucht
  • Gefahren durch Meereis
  • Piraterie

Die Referentin

Die Geophysikerin und Mathematikerin Dr. Susanne Lehner leitet die Gruppe Radar Ozeanographie am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Neben globalen Seegangmessungen besteht ihr aktuelles Forschungsinteresse in der hochauflösenden Ozeanographie im Küstenbereich und in der Überwachung des Schiffverkehrs in naher Echtzeit. Außerdem ist Dr. Susanne Lehner Mitglied der Fakultät der NOVA Southeastern University, Port Everglades, Florida (USA).

Die Sendereihe

Die Münchner Wissenschaftstage sind eine viertägige Großveranstaltung mit dem Ziel, umfassend über aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen zu informieren, zum Nachdenken und Nachfragen anzuregen und die Urteilsfähigkeit der Bevölkerung zu schärfen. Die Vorträge werden inhaltlich getragen von den Münchner Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und forschungsintensiven Unternehmen. Das Motto der 16. Münchner Wissenschaftstage war  "Wasser - Ressource des Lebens". Sie fanden vom 12. bis 15. November 2016 statt.


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