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Münchner Wissenschaftstage 2016 Experimentelle Ökologie

Wie hängen die Verluste an Biodiversität mit Ökosystemfunktionen in Gewässern zusammen?

Stand: 17.08.2017

Für die experimentelle Ökologie bietet die große Seenplatte achtzig Kilometer südöstlich von München einen ergiebigen Forschungsbereich. Dort liegen rund 60 Seen, entstanden nach der letzten Eiszeit. Sie unterscheiden sich in Größe, Tiefe, Nährstoffgehalt und Biodiversität. Seit etwa 30 Jahren werden diese Gewässer auf grundlegende physikalische, chemische und biologische Parameter untersucht. Derzeitige Experimente beziehen sich vor allem auf die genetische und ökologische Charakterisierung von aquatischen Organismen.
Eine Konsequenz der steigenden Mobilität ist die vermehrte Einführung gebietsfremder Arten in neue Ökosysteme. Die Süßwasserqualle Craspedacusta sowerbii ist ein Beispiel für eine heute weltweit verbreitete Art, die ursprünglich nur in China vorkam und seit 1905 auch in deutschen Gewässern zu finden ist. Obwohl dokumentierte Massenvorkommen der Qualle breite Effekte erwarten lassen, wurden diese noch nicht beschrieben. Zur Untersuchung von Langzeitetablierung und Evolutionsdynamik soll die genetische und sexuelle Diversität quantifiziert werden. Kombinierte Analysen der genetischen Diversität und der ökologischen Funktion dieser Art erlauben ein besseres Verständnis von kausalen Zusammenhängen innerhalb aquatischer Nahrungsnetze.

Gliederung

  • Moderne Ökologie
  • Biodiversität
  • Natürliche Gemeinschaften
  • Verlust von Biodiversität

Der Referent

Herwig Stibors ist Professor für Aquatische Ökologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er untersucht die Ökosysteme der Binnengewässer, außerdem ist er Leiter der limnologischen Feldstation Seeon.

Die Sendereihe

Die Münchner Wissenschaftstage sind eine viertägige Großveranstaltung mit dem Ziel, umfassend über aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen zu informieren, zum Nachdenken und Nachfragen anzuregen und die Urteilsfähigkeit der Bevölkerung zu schärfen. Die Vorträge werden inhaltlich getragen von den Münchner Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und forschungsintensiven Unternehmen. Das Motto der 16. Münchner Wissenschaftstage war  "Wasser - Ressource des Lebens". Sie fanden vom 12. bis 15. November 2016 statt.


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