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Münchner Wissenschaftstage 2015 Ein Wiener Wohnprojekt für Obdachlose

Was haben Obdachlose und Studenten gemeinsam? Probleme, ein Dach über dem Kopf zu finden. Daraus wurde in Wien ein gemeinsames Wohnprojekt.

Stand: 24.05.2016

2009 protestierten Wiener Studenten gegen ihre Studien- und Wohnbedingungen und besetzten das Audi-Max. Wegen des nahenden Winters kamen viele Obdachlose in die besetzte Uni und richteten sich dort häuslich ein. Bald kam es zu Konflikten mit den häufig alkoholisierten Mitbesetzern. Statt jedoch die Polizei zu rufen, integrierten die Studenten die Wohnungslosen in ihre Organisation. Zwei der damaligen Protestler entdeckten in Wien ein leerstehendes Haus, für das sich die Investoren nicht interessierten. Der Umbau dieses Gebäudes wurde von den Studenten und Obdachlosen gemeinsam betrieben. Heute leben in dieser Wohngemeinschaft Studenten und sozial Benachteiligte zusammen und teilen sich die anfallenden Arbeiten. Fast alle vorher arbeits- und wohnungslosen Bewohner haben den Sprung in ein normales Leben geschafft. 

Alexander Hagner ist Gastprofessor für Architektur an der TU Wien und Mitgründer des Wiener Architekturbüros "gaupenrau". Er hat das Wohnhaus für die Studenten und Obdachlosen umgebaut.  2014 wurde das Projekt mit dem österreichischen Bauherrenpreis ausgezeichnet.

Die Sendereihe

Die Münchner Wissenschaftstage sind eine viertägige Großveranstaltung mit dem Ziel, umfassend über aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen zu informieren, zum Nachdenken und Nachfragen anzuregen und die Urteilsfähigkeit der Bevölkerung zu schärfen. Die Vorträge werden inhaltlich getragen von den Münchner Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und forschungsintensiven Unternehmen. Das Motto der 15. Münchner Wissenschaftstage war  "Städte der Zukunft". Sie fanden vom 14. bis 17. November 2015 statt.


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