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Münchner Wissenschaftstage 2015 Kriminalität in Großstädten

Insgesamt ist die Anzahl der Tötungs- und Raubdelikte seit 2007 rückläufig. Doch es gibt in Deutschland ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Und: In den Großstädten ist die Kriminalitätsrate höher als auf dem Land.

Stand: 29.07.2016

Die höhere Bevölkerungsdichte in der Stadt, die zu mehr Berührungen und Kontakten führt, könnte aggressionsfördernd sein, so die soziologische Erklärung. Die geringere Kriminalität in südlichen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern führt der Strafrechtler Heinz Schöch auf den größeren Wohlstand zurück und darauf, dass der Gegensatz zwischen Arm und Reich nicht so stark ausgeprägt ist. Dass eine stärkere Videoüberwachung zu größerer Sicherheit führt, glaubt der Kriminologe nicht. Zwar würden Täter durch die Videoüberwachung leichter gefasst, aber es gäbe keine größere Abschreckung bei Gewaltdelikten, da diese oft spontan und aus der Situation heraus begangen würden und die Täter in diesem Moment nicht über die Konsequenzen nachdächten. Außerdem sprechen für Schöch der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und der Datenschutz gegen eine Ausweitung der Videoüberwachung.

Heinz Schöch ist emeritierter Professor für Strafrecht, Kriminologie, Jugendrecht und Strafvollzug an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die Sendereihe

Die Münchner Wissenschaftstage sind eine viertägige Großveranstaltung mit dem Ziel, umfassend über aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen zu informieren, zum Nachdenken und Nachfragen anzuregen und die Urteilsfähigkeit der Bevölkerung zu schärfen. Die Vorträge werden inhaltlich getragen von den Münchner Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und forschungsintensiven Unternehmen. Das Motto der 15. Münchner Wissenschaftstage war  "Städte der Zukunft". Sie fanden vom 14. bis 17. November 2015 statt.


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