ARD-alpha - Campus


0

Münchner Wissenschaftstage 2015 Digitalisierung des urbanen Lebens

Die Digitalisierung und das als Fortschritt postulierte „Internet der Dinge“ hat für Stadtbewohner auch eine dunkle Seite: den Missbrauch durch Hacker.

Stand: 04.09.2016

Zwar ist es praktisch, eine Heizung zu haben, die sich selbst reguliert, oder einen Kühlschrank, der eigenständig Lebensmittel bestellt, doch macht die zunehmende digitale Vernetzung die Besitzer angreifbar. Angefangen beim selbständig fahrenden Auto von Google, das bereits ins Visier von Hackern geraten ist, weist Professor Ortwin Renn auch auf andere Schwachstellen hin, die von Kriminellen und militärischen Aggressoren durch die digitale Vernetzung ausgenützt werden könnten. Seine These: Je mehr Vernetzung, desto katastrophaler und flächendeckender können sich Hackerangriffe auswirken. Von abgeschalteten Aufzügen und Rettungssystemen in Krankenhäusern bis hin zu den Folgen eines totalen Blackouts, der eine Stadt ins völlige Chaos stürzen würde. Leider arbeiten die Cyber-War-Departments verschiedener Staaten inzwischen an solchen Szenarien und erproben sie auch.

Prof. Dr. Dr. h.c. Ortwin Renn ist wissenschaftlicher Direktor des Potsdamer Instituts for Advanced Sustainability Studies (IASS) und ein international anerkannter Risikoforscher. Von 1994 bis Anfang 2016 hatte der studierte Volkswirt, Soziologe und Sozialpsychologe einen Lehrstuhl für Technik- und Umweltsoziologie an der Universität Stuttgart inne.

Die Sendereihe

Die Münchner Wissenschaftstage sind eine viertägige Großveranstaltung mit dem Ziel, umfassend über aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen zu informieren, zum Nachdenken und Nachfragen anzuregen und die Urteilsfähigkeit der Bevölkerung zu schärfen. Die Vorträge werden inhaltlich getragen von den Münchner Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und forschungsintensiven Unternehmen. Das Motto der 15. Münchner Wissenschaftstage war  "Städte der Zukunft". Sie fanden vom 14. bis 17. November 2015 statt.


0