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Preis des Historischen Kollegs 2016 Melancholie und Geschichtsschreibung

„Terror und Traum. Moskau 1937“ - für sein Werk über die Verbrechen der Stalinzeit wurde der Historiker Karl Schlögel mit dem Preis des Historischen Kollegs 2016 ausgezeichnet.

Stand: 17.11.2016

Der zum 12. Mal verliehene Preis des Historischen Kollegs gilt als die höchste Auszeichnung für Historiker in Deutschland.  Er wird alle drei Jahre vom Historischen Kolleg in München verliehen. Der Preisträger 2016 Karl Schlögel hat in seinem Werk „Terror und Traum.  Moskau 1937“ durch eine besondere Rekonstruktion der Ereignisse eine kritische Aufarbeitung der Vergangenheit geschaffen. Der Osteuropa-Historiker erinnert damit an die Verbrechen der Stalinzeit und den Vernichtungskrieg gegen das eigene Volk.

Prof. Dr. Martin Schulze Wessel

Karl Schlögel habe damit große Geschichtsschreibung und Literatur geschaffen, würdigt Professor Martin Schulze Wessel, Mitglied des Kuratoriums des Historischen Kollegs und Vorsitzender des Collegium Carolinum in München, den Preisträger in seiner Laudatio.

Melancholie und Geschichtsschreibung

Prof. Dr. Karl Schlögel widmet seinem Festvortrag dem Thema "Melancholie und Geschichtsschreibung". Er betont die kritisch-starke Seite der Melancholie und fragt, wie geschichtliche Arbeit davon profitieren kann. Welchen Gewinn könnte Geschichtsschreibung aus einer melancholischen Stimmung oder Haltung ziehen?

Prof. Dr. Karl Schlögel wurde 1948 im Allgäu geboren. Nach seinem Studium der osteuropäischen Geschichte, Philosophie, Soziologie und Slavistik an der Freien Universität Berlin und seiner Promotion 1982, schloss er ein Studium an der Moskauer Staatlichen Lomonossov-Universität an. Von 1984 bis 1989 arbeitete Schlögel als freier Schriftsteller, Übersetzer und Privatgelehrter. Von 1990 bis 1994 lehrte er Osteuropäische Geschichte an der Universität Konstanz und von 1994 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2013 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Karl Schlögel ist Historiker, Publizist und gefragter Gesprächspartner zur Geschichte Osteuropas. Aktuell arbeitet er als Fellow der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München an dem Werk „Museum der Sowjetzivilisation“.

Buch:

Zwischen Terror und Traum – Moskau 1937, Hanser Verlag, München 2008


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