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Akademientag 2017 Religion in der modernen Gesellschaft

31. Oktober 1517: Martin Luther schlägt seine 95 Thesen zum Ablasshandel an die Pforte der Wittenberger Schlosskirche. Eine symbolträchtige Szene, die so vielleicht nie stattgefunden hat...

Stand: 09.01.2018

Trotzdem scheint sie bis in die Gegenwart fortzuwirken, denn die Reformation gehört zu den bedeutendsten Ereignissen der europäischen Geschichte. Sie löste einschneidende Veränderungen aus wie die Spaltung der Kirche in verschiedene Konfessionen. Sie veränderte die Gesellschaft, z.B. durch die Forderung nach mehr Bildung für alle. Und sie drängte die Macht der Kirche zurück zugunsten der weltlichen Herrschaft.

Wie sich die Folgen der Reformation heute noch auf die Lebenswelt auswirken und welche Rolle Religion in der pluralistischen Gesellschaft spielt – auf der Abschlussveranstaltung des Akademientags 2017 in Heidelberg diskutieren darüber die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Karl Kardinal Lehmann. Moderation: Peter Graf Kielmansegg.

Diskussionsrunde: Heinrich Bedford-Strohm, Aleida Assmann, Karl Kardinal Lehmann und Peter Graf Kielmansegg

Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann war von 1993 bis 2014 Professorin für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Gastprofessuren führten sie u.a. an die Universitäten Princeton, Yale und Wien. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die kulturwissenschaftliche Gedächtnisforschung und die Gedächtnistheorie.

Heinrich Bedford-Strohm, Honorarprofessor für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen an der Universität Bamberg, ist seit 2011 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und seit 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Karl Kardinal Lehmann ist emeritierter Bischof von Mainz. Von 1987 bis 2008 war er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. 2001 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal erhoben. 2016 erhielt er als erster Katholik die Martin-Luther-Medaille für seine Verdienste um die Ökumene.

Der Politikwissenschaftler Peter Graf Kielmansegg war bis zu seiner Emeritierung 2003 Professor für Politische Wissenschaften an der Universität Mannheim und von 2003 bis 2009 Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u.a. politikwissenschaftliche Demokratieforschung und Geschichte des politischen Denkens.

Die Sendereihe

Der “Akademientag“, die jährliche Gemeinschaftsveranstaltung der acht in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossenen Einrichtungen, widmete sich 2017 dem Thema "Umbruch, Aufbruch, Vielfalt - Die Reformation und ihre Wirkungen". In Vortrags- und Gesprächsrunden diskutierten Expertinnen und Experten aus den Akademien Fragen zur Vielfalt und Einheit der Reformation in Deutschland, Europa und weltweit. Auf einer „Projektstraße“ präsentierten sich ausgewählte Forschungsprojekte zur Reformation.


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