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Angewandte Ethik Wissenschaft mit Bürgerbeteiligung?

Bürgerbeteiligung an und in den Wissenschaften ist gesellschaftlich und politisch erwünscht und doch wird sie kontrovers diskutiert. Am Beispiel der Brustkrebsforschung soll gezeigt werden, wie die Forschung auf Bürgerbeteiligung angewiesen ist und welche Konsequenzen das für die Standards der wissenschaftlichen Praxis hat.

Von: Elke Hardegger

Stand: 28.06.2015

Wissenschaft braucht Bürgerbeteiligung will sie ihre Berechtigung als ein gesellschaftlich legitimiertes Teilsystem nicht aufs Spiel setzen. Bürgerbeteiligung in und an der Wissenschaft beinhaltet aber auch die Gefahr, dass die bewährten Standards guter wissenschaftlicher Praxis unterhöhlt werden und über eine solche Öffnung der Wissenschaft partikulare Interessen ein noch größeres Gewicht bekommen. Anhand einer Analyse der aktuellen Entwicklungen in der Brustkrebsforschung, untersucht Prof. Dr. Peter Dabrock in seinem Vortrag, in welchem Maße aktuelle Forschungsansätze in der Krebsforschung auf Bürgerbeteiligung angewiesen sind und welche Rückwirkungen sich hieraus für die Standards der wissenschaftlichen Praxis ergeben.

Gliederung:


  • Braucht Wissenschaft Bürgerbeteiligung? Der Stand der Debatte
  • Konkretisierung: Der Streit in der Brustkrebsforschung
  • Patientenbeteiligung als Demokratisierung der Wissenschaft?
  • Zurück zum Ausgangspunkt: Wie viel Bürgerbeteiligung braucht Wissenschaft?

Vita

Prof. Peter Dabrock

Seit Oktober 2010 ist Peter Dabrock Professor für Systematische Theologie (Ethik) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach dem Studium der Evangelischen und Katholischen Theologie, der Philosophie und Soziologie in Würzburg, Bonn und Bochum und anschließendem Vikariatsdienst, folgten Stationen als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bochum, als Juniorprofessor und als Professor an der Universität Marburg. Bis 2013 war Peter Dabrock im Vorstand der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer. Er ist Mitglied der „European Group on Ethics in Science and New Technologies“, der DFG-Senatskommission für tierexperimentelle Forschung und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates. Seit 2014 ist Peter Dabrock Mitherausgeber der „Zeitschrift für Evangelische Ethik“ sowie Mitglied in der Kammer für Öffentliche Verantwortung der EKD.

Sendereihe "Angewandte Ethik"

Wie kommen Ethikkomitees in dringenden medizinischen Fragen zu einer Entscheidung? Ist der Mangel an Moral in der Finanzbranche für die Wirtschaftskrise verantwortlich oder ist das System an sich das Problem? Sollte die Meinung der Bürger in ethische Fragen der Wissenschaft einbezogen werden oder ist das kontraproduktiv? Diesen und weiteren Fragen der angewandten Ethik widmet sich eine Ringvorlesung, die vom Zentralinstitut für angewandte Ethik und Wissenschaftskommunikation (ZIEW) der FAU ausgerichtet wird.
Als besonderen Online-Service bietet alpha-Campus hier die vollständige Langfassung des Vortrags, der im Fernsehen in einer gekürzten 30-min-Fassung zu sehen ist.


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