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alpha-thema: Genforschung Zufall Mensch? Der kleine Schritt zum großen Gehirn

Die Punktmutation auf 11B muss mindestens vor Entwicklung des Neandertalers stattgefunden haben ... vermutlich bei einer Art des Homo Erectus. | Bild: BR/Hoferichter & Jacobs/MDR

Donnerstag, 11.03.2021
14:15 bis 15:00 Uhr

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ARD-alpha
2020

Vergleichen wir uns mit unseren genetisch nächsten noch lebenden Verwandten, den Schimpansen, spricht physisch wenig für uns: Wir haben weniger Kraft, können langsamer rennen und bedeutend schlechter klettern.

Wir aber haben Architektur, Religion, Wissenschaft, Sprache, Schrift, Kunst, Kultur und Visionen. Errungenschaften, die wir einem größeren Gehirn mit Milliarden von Nervenzellen verdanken.

Erst das sprunghafte Hirnwachstum, beginnend vor ca. 2 Millionen Jahren, ermöglichte dem Homo sapiens den Aufstieg zum Beherrscher der Erde.

Was aber war die Ursache für dieses rasante Anwachsen unserer Großhirnrinde? Diese Frage stellten sich Wissenschaftler weltweit seit vielen Jahren.

Im Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden scheint nun die Antwort gefunden. Erstmals gelang es dem Forscherteam um Dr. Wieland Huttner, embryonale Hirne von Weißbüschelaffen mit Hilfe des menschenspezifischen Gens ARHGAP11B zum Wachsen zu bringen.

Doch die Dresdner haben damit vermutlich nicht nur den Grund für unser größeres Gehirn gefunden. Sie fanden auch heraus, dass der Mensch seine enormen kognitiven Fähigkeiten ganz offenbar einem Zufall verdankt: Einer Punktmutation, die vor Hunderttausenden von Jahren, bei einem unserer frühen Vorfahren, auf genau diesem Gen stattfand.

Wann dieser Zufall stattgefunden haben könnte, wen er traf, was genau er verursachte und welche Entwicklungen er beförderte, das alles beantwortet der Film.

Schon im Vorfeld ihrer neuesten Veröffentlichungen traf das Team des MDR die Neurowissenschaftler Dr. Wieland Huttner und Dr. Michael Heide und konnte so entscheidende Momente auf deren Erkenntnisweg einfangen.

Redaktion: Gábor Toldy